Wassereinlagerungen in der Recovery. Warum Dein Körper jetzt Wasser hält und wann es wieder weggeht

Kategorie: Körper

Veröffentlicht: 19.08.2026

Artikel Von: Janina Eilts

Du isst wieder. Du tust genau das, was alle Dir raten. Und trotzdem passen Deine Ringe nicht mehr, Deine Knöchel und Hände sind geschwollen und morgens fühlt sich Dein Gesicht fremd an. Vielleicht fragst Du Dich gerade, ob Dein Körper gegen Dich arbeitet, obwohl Du doch endlich wieder isst.

Mich haben in den letzten Monaten richtig viele Nachrichten zu Wassereinlagerungen in der Recovery erreicht. Ich kenne diese Schwellungen aus meiner eigenen Zeit in der Essstörung. Mut zugesprochen haben mir damals viele. Geholfen hat es nicht. Geholfen hat, als ich verstanden habe, was in meinem Körper wirklich passiert. Erst da fing ich an, meinem Körper zu vertrauen. Was Du gerade an Dir siehst, ist in dieser Phase fast immer Wasser und kein Fett.

Ich hatte ehrlich gesagt keine andere Wahl. Ich wollte weiter, und Verstehen war das Einzige, was funktioniert hat. Vielleicht denkst Du gerade, Du tust doch alles, und wirst dafür mit diesem geschwollenen Körper bestraft. Fangen wir dort an, wo die Angst anfängt. Bei dem, was gerade in Deinem Körper passiert.

Das Wichtigste in 60 Sekunden:
  • Es ist meistens Wasser, kein Fett: Was innerhalb weniger Tage kommt, kann Dein Körper gar nicht als Fettgewebe aufbauen.
  • Es hat einen Grund, oft mehrere: Ein hungernder Körper hält Wasser über den Elektrolythaushalt. Sobald Du wieder isst, kommt über das Insulin ein zweiter Mechanismus dazu. Nach dem Stopp von Erbrechen oder Abführmitteln ein dritter.
  • Es ist vorübergehend: Das Wasser geht wieder, sobald Dein Körper der Versorgung traut. Am stärksten hilfst Du ihm, indem Du regelmäßig weiter isst und genug trinkst.
  • Du machst nichts falsch: Die Schwellung ist kein Rückschritt, sondern das Zeichen eines Körpers, der wieder in den Normalbetrieb schaltet. Bei Warnzeichen wie Atemnot oder plötzlicher starker Schwellung lässt Du es ärztlich abklären.
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Was Wassereinlagerungen (Ödeme) sind und wo sie auftreten

Wassereinlagerungen, medizinisch auch Ödeme genannt, entstehen, wenn sich Flüssigkeit in Deinem Körpergewebe sammelt, meistens in der Unterhaut. Sichtbar wird das als Schwellung, besonders oft an den Händen, Füßen und Knöcheln, manchmal auch im Gesicht.

Ob es wirklich Wasser ist, zeigt Dir ein einfacher Test. Drücke mit dem Finger ein paar Sekunden auf die geschwollene Stelle, etwa am Knöchel oder Schienbein. Bleibt eine kleine Delle zurück, die sich nur langsam wieder füllt, spricht das für eingelagertes Wasser im Gewebe. Einmal nachschauen reicht. Du musst das nicht jeden Tag kontrollieren.

Gerade während und nach einer Essstörung sind Ödeme keine Seltenheit. Es passiert nicht nur Dir, und es ist auch kein Zeichen, dass Du etwas falsch machst. Dein Körper durchläuft in dieser Phase eine große Umstellung, und Wasser zu halten gehört für viele Betroffene vorübergehend dazu.

Warum ein hungernder Körper Wasser hält. Und warum es nicht am Eiweiß liegt

Wenn Du etwas zu Wassereinlagerungen suchst, liest Du überall, dass Dir Eiweiß fehlt, dass deshalb ein Bluteiweiß namens Albumin sinkt und Wasser ins Gewebe sickert.

Lange habe ich das selbst geglaubt und sogar so weitergegeben. Es klang logisch. Ich hatte über Jahre kaum Eiweiß gegessen, und ich hatte Wassereinlagerungen. Der Zusammenhang schien auf der Hand zu liegen.

Nur stimmt es bei Essstörungen so nicht.

Albumin ist wirklich das Protein, das Wasser in Deinen Blutgefäßen hält, wie ein Magnet. Man würde erwarten, dass dieser Wert einbricht, wenn Du lange zu wenig isst. Doch genau das tut er meistens nicht. Dein Körper schützt ihn. Bei Menschen mit einer Essstörung ist Albumin in aller Regel normal, selbst nach Jahren der Unterversorgung. Und wenn er doch niedrig ist, steckt fast immer etwas anderes dahinter, meistens eine Entzündung oder eine Erkrankung von Leber oder Niere. Dann gehört das ärztlich abgeklärt. Es ist aber nicht der Grund für Deine geschwollenen Hände.

Was sagt die Hungerforschung dazu?

Ich hasse meinen Körper

Junge, gesunde Männer aßen ein halbes Jahr lang deutlich zu wenig. Viele von ihnen schwollen an, vor allem an den Beinen. Lange galt der Eiweißmangel als alleinige Erklärung dafür. Dann zeigten zwei Forscher in einer anderen Untersuchung, dass solche Hungerödeme bei der Hälfte ihrer Teilnehmer allein durch Kalium deutlich zurückgingen, ganz ohne zusätzliches Eiweiß. Genau dieses Kalium taucht später nochmal auf, wenn es darum geht, was Dir hilft.

Das Wasser kommt also nicht daher, dass Deinem Körper das Eiweiß fehlt. Es kommt daher, dass im Hungerstoffwechsel Dein  Elektrolythaushalt durcheinander gerät, also die Balance von Salzen wie Natrium, Kalium und Magnesium, die Deinen Flüssigkeitshaushalt steuern. Fehlen sie in den Zellen, steht das Wasser außen im Gewebe. Genau dort, wo Du es siehst.

Als ich damals magersüchtig war, hätte ich all das wahnsinnig gern gewusst. Ich wusste nicht, was in meinem Körper passiert. Ich wusste nicht, warum er sich veränderte und warum ich mich auf einmal nicht mehr disziplinieren konnte. Genau deshalb schreibe ich das hier auf. Was mir damals geholfen hat, war zu begreifen, dass da überhaupt ein Mechanismus am Werk ist. Mein Körper spielte nicht verrückt. Ihm fehlte schlicht, was er zum Regulieren braucht.

Das erklärt, warum ein unterversorgter Körper Wasser einlagert. Aber es erklärt noch nicht, warum Du gerade jetzt anschwillst, wo Du wieder isst. Dafür gibt es einen zweiten Mechanismus, und den erklärt Dir kaum jemand.

Der Unterschied, den kaum jemand erklärt. Hungerödem ist nicht gleich Refeeding-Ödem

Das Wasser, das jetzt in Deinen Händen oder Beinen steht, kommt nicht davon, dass Du zu wenig gegessen hast. Es kommt davon, dass Du wieder isst.

Das klingt erst einmal unfair. Wenn Du nach einer langen Zeit der Einschränkung wieder regelmäßig isst, besonders Kohlenhydrate, schüttet Dein Körper wieder mehr Insulin aus. Insulin ist das Hormon, das Deine Zellen mit Energie versorgt. Kaum jemand weiß aber, dass Insulin Deinen Nieren gleichzeitig signalisiert, Natrium zurückzuhalten. Und wo Natrium bleibt, bleibt auch Wasser. Dein Körper schwillt also nicht an, weil etwas schiefläuft, sondern weil ein völlig normaler Stoffwechselprozess wieder anspringt. Die Forschung nennt das Refeeding-Ödem.

Es tritt größtenteils in den ersten beiden Wochen nach Beginn des Wieder-Essens auf. Diskutiert wird zusätzlich, dass das viele Insulin die feinen Blutgefäße vorübergehend durchlässiger macht, sodass leichter Flüssigkeit ins Gewebe gelangt.

Die Schwellung ist in dieser Phase kein Rückschritt und keine Strafe. Sie ist die Reaktion eines Körpers, der wieder in den Normalbetrieb schaltet.

Typ Wann es auftritt Was dahintersteckt Wie lange
Hungerödem Während der Unterversorgung Der Elektrolythaushalt gerät durcheinander, vor allem Kalium fehlt in den Zellen. Das Wasser steht außen im Gewebe. Bessert sich, wenn die Versorgung und die Elektrolyte sich wieder stabilisieren
Refeeding-Ödem Größtenteils in den ersten beiden Wochen nach dem Start des Wieder-Essens Das Insulin steigt wieder an und signalisiert den Nieren, Natrium zurückzuhalten. Und wo Natrium bleibt, bleibt auch Wasser. Individuell. Klingt ab, sobald der Körper sich an die regelmäßige Versorgung gewöhnt hat
Rebound-Ödem Nach dem Stopp von Erbrechen oder Abführmitteln Das Hormon Aldosteron ist noch hochgefahren und lässt die Nieren jeden Tropfen festhalten, obwohl der Flüssigkeitsverlust wegfällt. Kann mehrere Wochen dauern, bis sich der Hormonhaushalt eingependelt hat

Warum Extremhunger die Wassereinlagerung verstärken kann

Vielleicht erlebst Du gerade auch Phasen, in denen Dein Hunger riesig ist. Auch das hängt zusammen. Während Dein Körper mehr Nahrung und Energie aufnimmt, bindet er vorübergehend mehr Wasser, um die Nährstoffe zu verwerten. Das ist ein Schutzmechanismus, der sich stabilisiert, sobald Dein Körper erkennt, dass die Versorgung gesichert ist. Was hinter dem großen Hunger steckt, liest Du im Artikel über Extremhunger.

Wenn Du aufhörst zu erbrechen oder Abführmittel absetzt

Falls Du aus einer Bulimie kommst oder lange Abführmittel genommen hast, gibt es noch einen dritten Mechanismus, und der fühlt sich besonders gemein an.

Dein Körper hat sich über Monate oder Jahre darauf eingestellt, ständig Flüssigkeit zu verlieren. Um das auszugleichen, hat er ein Hormon namens Aldosteron hochgefahren, das Deine Nieren anweist, jeden Tropfen Salz und Wasser festzuhalten. Mediziner nennen diesen Zustand Pseudo-Bartter-Syndrom, aber den Namen musst Du Dir nicht merken.

Das war seine Art, Dich zu schützen. Wenn Du jetzt aufhörst zu erbrechen oder die Abführmittel absetzt, läuft dieser Schutz erst einmal weiter. Der Flüssigkeitsverlust fällt weg, aber Dein Körper hält noch eine Weile alles fest, so wie er es gelernt hat. So entsteht eine Schwellung, die ausgerechnet dann kommt, wenn Du den mutigsten Schritt gehst.

Dieses Rebound-Ödem kann mehrere Wochen anhalten, bis sich der Hormonhaushalt wieder eingependelt hat. Ich hatte selbst jahrelang Magersucht und Bulimie, und ich weiß genau, wie sehr dieser Moment einen am Durchhalten zweifeln lässt. Aber Dein Körper schwillt nicht an, weil etwas schiefgeht. Er schwillt an, weil er endlich aufhören darf, gegen den ständigen Verlust anzukämpfen. Jeder Tag, an dem der Verlust ausbleibt, zeigt Deinem Körper, dass er das Wasser nicht mehr horten muss.

Ist das jetzt Fett oder Wasser?

Dein Kopf macht aus der Zahl auf der Waage sofort Fett.

Fettgewebe aufzubauen ist ein langsamer Prozess. Eine Veränderung, die innerhalb weniger Tage kommt, manchmal über Nacht, ist fast nie Fett. So schnell kann Dein Körper gar kein Fettgewebe bilden. Was so schnell kommt und auch wieder geht, ist Wasser. Auch die Fachliteratur betont, wie wichtig es ist, ein Ödem von einer echten Gewichtszunahme zu unterscheiden, weil eine schnelle Zunahme eben nicht automatisch Fett bedeutet. Das eingelagerte Wasser wird wieder ausgeschieden, sobald sich Dein Körper an die neue Versorgung gewöhnt hat. Wenn Dich die Zahl auf der Waage gerade verrückt macht oder die Angst vor einer Zunahme übermächtig wird, findest Du dazu eigene Artikel.

Eine Übung, die Dir Klarheit gibt

In den Nachrichten, die mich erreichen, lese ich oft den Satz „Ich habe überall Wassereinlagerungen“. Wenn wir dann gemeinsam genauer hinschauen, sind es fast immer einzelne Stellen, meist die Hände oder die Füße. Stell Dich deshalb einmal in Ruhe vor den Spiegel und frag Dich ehrlich: „Ist es wirklich der ganze Körper, oder sind es die Hände?“ Wenn Du erkennst, dass eigentlich nur zwei Stellen betroffen sind, verliert das Ganze einen großen Teil seines Schreckens. Das kann Überwindung kosten, und genau deshalb reicht es, wenn Du es einmal machst, um Dir Klarheit zu verschaffen. Die Übung ist keine Einladung, Deinen Körper täglich zu kontrollieren. Dieses ständige Überprüfen ist genau das, wovon Du Dich gerade löst.

Wie lange dauern Wassereinlagerungen in der Recovery?

Das ist vermutlich die Frage, die Dich am meisten beschäftigt. Eine Garantie-Zahl gibt es nicht, und jede Seite, die Dir eine nennt, verspricht etwas, das sie nicht halten kann.

Das Refeeding-Ödem tritt laut Forschung größtenteils in den ersten beiden Wochen nach dem Start des Wieder-Essens auf. Wie lange es bleibt, ist individuell. Es hängt unter anderem davon ab, wie lange die Essstörung bestand, wie stark Dein Körper unterversorgt war, ob Erbrechen oder Abführmittel im Spiel waren und wie regelmäßig Du jetzt isst. Beim Rebound-Ödem nach dem Purging-Stopp können es mehrere Wochen sein, bis sich der Hormonhaushalt eingependelt hat.

Ich weiß, dass das erst einmal lang klingt. Ich war über zwölf Jahre in der Essstörung. Gemessen daran hat sich mein Wasserhaushalt in wirklich kurzer Zeit wieder reguliert. Dafür war ich meinem Körper ehrlich dankbar. Den Verlauf verkürzt Du am stärksten, indem Du regelmäßig weiter isst. Und genau das fällt Dir gerade vermutlich am schwersten. Jedes Mal, wenn Du trotzdem isst, zeigst Du Deinem Körper, dass die Versorgung steht und er das Wasser loslassen kann.

Was Deinem Körper jetzt hilft, ganz ohne neue Regeln

Das hier ist keine Liste, die Du abarbeiten musst. Wenn Dein Kopf gleich versucht, daraus Regeln zu bauen, ist das die alte Stimme der Essstörung in neuem Gewand.

Eiweiß ist zwar nicht der Grund für Deine Schwellungen, aber Dein Körper baut gerade wieder auf, und dafür braucht er Material. Eiweißhaltige Lebensmittel gehören dazu, zum Beispiel Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch, Nüsse oder Samen. Das heißt nicht, dass Du anfangen musst, Eiweiß zu tracken oder Gramm-Ziele zu erreichen. Damit würdest Du nur das Kalorienzählen durch eine neue Zahl ersetzen. Es reicht völlig, wenn diese Lebensmittel immer wieder ganz selbstverständlich dabei sind.

Für Deinen Flüssigkeitshaushalt zählt vor allem Kalium, das Du oben schon kennengelernt hast. Dazu Magnesium und Vitamin B6. Das steckt zum Beispiel in Kartoffeln, Bananen, Spinat, Nüssen oder Lachs. Auch das darfst Du einbauen, ohne daraus Vorschriften zu machen.

Zudem trinken viele weniger, aus Angst, das Wasser im Körper zu vermehren. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wenn Du ausreichend trinkst, also ungefähr anderthalb bis zwei Liter am Tag, ohne es exakt abmessen zu müssen, signalisierst Du Deinem Körper, dass er nichts horten muss.

Sanfte Bewegung wie ein entspannter Spaziergang, etwas Dehnen oder Yoga tut Deinem Körper ebenfalls gut. Aus Freude an der Bewegung, nicht um Schritte zu sammeln. Und wenn Deine Füße oder Beine abends schwer sind, leg sie für zwanzig Minuten hoch, damit die Flüssigkeit aus den Beinen wieder abfließen kann.

Wenn Dein Kopf gerade lauter ist als alles andere, kann es helfen, aufzuschreiben, wie sich Dein Körper anfühlt und was Du an Veränderungen bemerkst. Schreib dazu, wie es Dir emotional geht. Nach ein paar Tagen erkennst Du Muster und siehst schwarz auf weiß, dass sich etwas bewegt, auch wenn es sich morgens nicht so anfühlt. Es geht nicht um Protokollführung, sondern darum, dass nicht mehr allein Dein Kopfkino die Lage beschreibt.

Trage Kleidung, in die Du Dich nicht hineinzwängen musst, das nimmt im Alltag mehr Druck raus, als man denkt. Und falls Dein Bauch gerade ebenfalls rebelliert, findest Du im Artikel über Verdauungsprobleme in der Recovery sanfte Unterstützung dafür.

Wann Du mit Wassereinlagerungen zum Arzt gehen solltest

Die allermeisten Wassereinlagerungen in der Recovery sind harmlos und vorübergehend. Es gibt aber Situationen, in denen Du sie ärztlich abklären lassen solltest. 

Geh zum Arzt, wenn eines davon zutrifft:

  • Atemnot, Herzrasen oder starke Schmerzen kommen dazu.
  • Nur eine Körperseite ist betroffen.
  • Du fühlst Dich insgesamt zunehmend schwach und krank.
  • Die Schwellung tritt plötzlich und stark auf.

Ausgeprägte Ödeme in der Anfangsphase des Wieder-Essens können auch ein Zeichen des sogenannten Refeeding-Syndroms sein. Das ist eine ernste Verschiebung im Elektrolythaushalt, die medizinisch begleitet werden muss.

Das soll Dir keine Angst machen. Frag im Zweifel lieber einmal zu viel nach als einmal zu wenig. Damit machst Du nichts falsch, und niemand wird Dich dafür verurteilen.

Dein Körper heilt, auch wenn er gerade anschwillt

Deine Wassereinlagerungen sind kein Zeichen, dass etwas schiefläuft, sondern die Reaktion eines Körpers, der wieder in den Normalbetrieb schaltet. Was Du siehst und auf der Waage spürst, ist in dieser Phase fast immer Wasser und kein Fett. Und es geht wieder, auch wenn Dir niemand ehrlich sagen kann, wann genau.

Vielleicht kannst Du die Schwellung sogar irgendwann mit anderen Augen sehen. Sie zeigt Dir, dass sich gerade etwas in Deinem Körper verändert. Neben ihr gibt es noch mehr körperliche Anzeichen, dass Dein Körper sich erholt, und viele davon wirst Du nach und nach an Dir entdecken.

Ich weiß, wie einsam sich diese Phase anfühlen kann, wenn man sich kaum noch aus dem Haus traut und sich fragt, wofür man das alles tut. Ich bin diesen Weg selbst gegangen, und heute begleite ich Frauen dabei, ihn bis zum Ende zu gehen, bis das Essen und der eigene Körper keine Gegner mehr sind. Wenn Du Dir das auch wünschst und nicht mehr alleine damit sein willst, dann melde Dich gerne zu einem kostenfreien Kennenlerngespräch. Wir schauen gemeinsam, wo Du stehst und was Dein nächster Schritt sein kann.

Dein Körper bestraft Dich nicht. Er kommt gerade zurück ins Leben. Genau wie Du.

Alles Liebe, Deine Janina

„Habe Geduld gegen alles Ungelöste in Deinem Herzen und versuche, die Fragen selbst liebzuhaben.“

Rainer Maria Rilke

Häufige Fragen (FAQ) zu Wassereinlagerungen in der Recovery

Das ist individuell. Das Refeeding-Ödem beginnt größtenteils in den ersten beiden Wochen des Wieder-Essens und klingt ab, sobald sich Dein Körper an die regelmäßige Versorgung gewöhnt hat. Beim Rebound-Ödem nach dem Purging-Stopp können es mehrere Wochen sein. Eine Garantie-Zahl gibt es nicht.

Nein, in den allermeisten Fällen sind sie sogar das Gegenteil. Sie zeigen, dass Dein Stoffwechsel wieder anspringt und Dein Körper sich auf die neue Versorgung einstellt. Nur wenn Warnzeichen wie Atemnot, Herzrasen oder starke Schmerzen dazukommen, die Schwellung plötzlich und stark auftritt oder nur eine Körperseite betroffen ist, solltest Du das ärztlich abklären lassen.

Nein. Wasser ist kein Fettgewebe. Eine Veränderung auf der Waage, die innerhalb weniger Tage kommt, ist fast nie Fett, denn so schnell kann Dein Körper kein Fettgewebe aufbauen. Das eingelagerte Wasser wird wieder ausgeschieden, sobald sich Dein Flüssigkeitshaushalt reguliert hat.

Nein, das wäre genau der falsche Weg. Wenn Du zu wenig trinkst, hält Dein Körper das vorhandene Wasser erst recht fest. Trinkst Du ausreichend, ungefähr anderthalb bis zwei Liter am Tag, ohne das abzumessen, signalisierst Du ihm, dass er nichts horten muss.

Genau deshalb. Wenn Du wieder regelmäßig isst, besonders Kohlenhydrate, steigt Dein Insulin, und Insulin signalisiert den Nieren, Natrium und damit Wasser zurückzuhalten. Dieses Refeeding-Ödem ist eine normale, vorübergehende Reaktion Deines Körpers auf das Wieder-Essen und kein Zeichen, dass Du etwas falsch machst.

Wenn Atemnot, Herzrasen oder starke Schmerzen dazukommen, die Schwellung plötzlich und stark auftritt oder nur eine Körperseite betrifft. Ausgeprägte Ödeme zu Beginn des Wieder-Essens können auf ein Refeeding-Syndrom hinweisen, das medizinisch begleitet werden muss. Frag im Zweifel lieber einmal zu viel nach.

Quellenverzeichnis des Artikels:

Graham, G. G. (1993). Starvation in the modern world. New England Journal of Medicine, 328(14), 1058–1061. https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJM199304083281429

Khatri, V., Stein, A., Mehler, P. S., & Gibson, D. (2025). Association of phosphate supplements with refeeding oedema in restrictive eating disorders. European Eating Disorders Review, 33(3), 589–594. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/erv.3169

Kristian, Y. Y. (2026). Refeeding edema in restrictive eating disorders: Beyond acute body weight gain. European Eating Disorders Review, 34(1), 163–165. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12694683/

Puckett, L. (2023). Renal and electrolyte complications in eating disorders: A comprehensive review. Journal of Eating Disorders, 11(1), 26. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9942359/

Soeters, P. B., Wolfe, R. R., & Shenkin, A. (2019). Hypoalbuminemia: Pathogenesis and clinical significance. Journal of Parenteral and Enteral Nutrition, 43(2), 181–193. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7379941/

Zeeck, A., & Herpertz, S. (Hrsg.). (2015). Patientenleitlinie „Diagnostik und Behandlung von Essstörungen“ (1. Auflage). AWMF. https://register.awmf.org/assets/guidelines/051-026p_Essstoerungen_2024-01.pdf

WICHTIGER HINWEIS

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Bei Essstörungen ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.

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Über die Autorin

Janina Eilts – Essstörungs-Coach & Ex-Betroffene

Sonnenaufgang

Janina Eilts ist die Gründerin von Lebensleichter und Essstörungs-Coach mit über 5 Jahren Coaching-Erfahrung.

Nach 12 Jahren im Teufelskreis von Magersucht und Bulimie hat sie ihren Weg in die Freiheit gefunden. Heute reist sie nur mit Handgepäck um die Welt und hilft Frauen dabei, dieselbe Befreiung zu erleben: ein intuitives Essverhalten zu entwickeln – ohne Diäten, Kalorienzählen oder Verzicht.

Janina kombiniert ihre 12-jährige persönliche Essstörungserfahrung mit ihrem Studium im Gesundheitsmanagement und teilt ihr Wissen u. a. in 130+ Artikeln, 200+ Podcast-Folgen und einer kostenlosen 3-teiligen Videoserie. Über 130 Frauen hat Janina bereits erfolgreich aus ihrer Essstörung begleitet.

Das Fachmagazin „Psychologie Heuteberichtete ebenso wie die „Welt am Sonntag“ über Janinas Geschichte. Zudem gab es Berichte über Janinas Weg aus der Essstörung zum Coach im NDR (Sendung „DAS!“) und in der Deutschen Welle. Zusätzlich gab Janina als Coach Interviews in zahlreichen Fach-Podcasts und hielt einen Vortrag beim Netzwerk Essstörung über ihren Weg aus der Essstörung.

Mehr über Janinas Geschichte findest Du auf Janinas Über-mich-Seite.

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