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Du hast gegessen. Vielleicht sogar etwas, das Du mochtest. Und noch bevor Du den letzten Bissen runtergeschluckt hast, ist es da. Dieses Gefühl. Dieser Kommentar. Diese Stimme. Das hättest Du nicht gebraucht. Das war zu viel. Morgen isst Du weniger.
Es fühlt sich an wie Verantwortung. Wie Disziplin. Wie das Richtige. Als wäre dieses schlechte Gewissen ein Zeichen dafür, dass Du wenigstens merkst, was Du falsch gemacht hast.
Ich kenne dieses Gewissen. Ich kenne es gut. Nach jeder Mahlzeit. Statt Sättigung kam Scham. Statt Ruhe kam diese Stimme. Es gab keine Pause, sondern es folgte der nächste Angriff. Von mir selbst. Und ich dachte lange, dass dieses Gewissen mich schützt. Dass es mich davon abhält, die Kontrolle zu verlieren. Aber das stimmte nicht. Es hat mich nie zu einer besseren Entscheidung geführt. Kein einziges Mal.
Denn dieses Gewissen ist kein echtes Gewissen. Echtes Gewissen entsteht, wenn Du jemanden verletzt hast. Es hilft Dir, etwas zu korrigieren, und dann lässt es los. Das Essens-Gewissen lässt nie los. Es verurteilt ohne Ende und bestraft ohne Lerneffekt. Es ist nicht Dein Charakter, sondern die Stimme der Essstörung, die gelernt hat, sich als Gewissen zu verkleiden.
In dieser Folge spreche ich darüber, warum dieses Gewissen so laut ist. Was es Dich wirklich kostet. Und was Dir helfen kann, damit es leiser wird. Nicht von heute auf morgen. Aber Schritt für Schritt. Bis irgendwann der Moment kommt, in dem Du isst und einfach nur schmeckst. Ohne Urteil. Ohne Kommentar.
Wenn Du nach dem Essen nie Ruhe hast, ist diese Folge für Dich.
Bis gleich, Deine Janina
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