Food Focus (Food Noise) bei einer Essstörung. Warum sich alles ums Essen dreht und wie es wieder leiser wird

Kategorie: Essstörung

Veröffentlicht: 07.07.2026

Artikel Von: Janina Eilts

Denkst Du ständig ans Essen?

Also überlegst, was Du als Nächstes isst. Wann die nächste Mahlzeit kommt. Ob Du jetzt lieber wartest, um abends mehr essen zu können. Vielleicht stehst Du auch im Supermarkt vor dem Regal und vergleichst, wieder und wieder und fragst Dich, warum Dein Kopf einfach nicht aufhört.

Das ist Food Focus, oft auch Food Noise genannt. Gemeint ist dieses ständige, zermürbende Gedankenkreisen im Kopf, das sich um nichts anderes dreht als ums Essen. Und das Erste, was ich Dir sagen möchte, ist das Wichtigste. Du bist damit nicht allein und Du bist nicht willensschwach.

Bei mir waren diese Gedanken auch in der ersten Zeit ohne Essanfälle noch sehr präsent. Ich wusste damals nicht einmal, dass es ein Wort dafür gibt. Heute begleite ich als Coach Frauen an genau diesem Punkt, damit die Gedanken wieder leiser werden.

In diesem Artikel liest Du, warum Dein Kopf das tut. Was er Dir damit sagen will und wie es wieder leiser wird. Wenn Du hier bist, um abzunehmen, ist der Text nicht der richtige für Dich. Hier geht es um etwas anderes.

Das Wichtigste in 60 Sekunden:
  • Der ständige Lärm im Kopf ist eine biologische Reaktion auf Mangel, ein uralter Schutzmechanismus. „Dein Kopf ist nicht zu laut, weil Du zu viel ans Essen denkst. Er ist zu laut, weil Dein Körper zu wenig Energie hat.“
  • Der Ausweg ist nicht mehr Kontrolle, sondern Versorgung. Weniger essen macht den Lärm nicht leiser, sondern lauter.
  • Je verlässlicher Dein Körper versorgt ist und je mehr Verbote sich auflösen, desto leiser werden die Gedanken.
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Was ist Food Focus oder Food Noise?

Food Noise meint dasselbe wie Food Focus, diesen ständigen Lärm im Kopf rund ums Essen.

Food Focus heißt, dass Dein Kopf ständig mit Essen beschäftigt ist. Es sind nicht die alltäglichen Gedanken an die nächste Mahlzeit, die jeder Mensch mal hat. Es ist mehr eine Fixierung:

  • Was esse ich als Nächstes? 
  • Wann darf ich? 
  • Wie viel? 
  • Soll ich jetzt weniger nehmen, um später mehr zu haben?

Diese Fragen drehen sich im Kreis, oft den ganzen Tag. Genau dieses Grübeln, diese obsessive Beschäftigung mit dem Essen, meint auch der Begriff Food Noise.

Dazu kommt häufig ein zweites Muster. Plötzlich zieht Dich das Essen anderer magisch an. Du schaust stundenlang „Full-Day-of-Eating-Videos“, in denen Menschen ihren ganzen Tag voller Mahlzeiten zeigen. Kochsendungen faszinieren Dich, obwohl Du die Rezepte nie für Dich nachkochst. Vielleicht kochst Du sogar für andere, so wie ich es immer gemacht habe, aber ohne selbst mitzuessen.

Was viele oft vergessen, ist, dass Food Focus eine Reaktion Deines Körpers ist, die einen Sinn hat. Warum er entsteht, schauen wir uns auch noch an.

Wie sich das ständige Denken ans Essen im Alltag anfühlt

Von außen sieht man den Food Focus nicht. Innen ist er laut.

Ich bin früher aufgewacht und meine ersten Gedanken drehten sich schon ums Essen. Den ganzen Tag drehte sich alles darum. Was esse ich als Nächstes, wann, wie viel, soll ich jetzt lieber warten? Kaum war eine Mahlzeit vorbei, fing mein Kopf mit der nächsten an.

Bei Dir sieht es vielleicht ruhiger aus, ein ständiges Mitrechnen im Hintergrund, das kaum jemand bemerkt. Auch das ist Food Focus.

Am deutlichsten war es bei mir im Supermarkt. Ich stand vor dem Regal und habe verglichen, wieder und wieder. Ich wollte mal etwas Neues nehmen, habe alle Produkte gegeneinander abgewogen, hin und her überlegt, und am Ende doch wieder zum Gewohnten gegriffen. Manchmal war es eine halbe Stunde, ohne dass ich es gemerkt hatte.

Dazu kam bei mir der Futterneid, dieser Stich, wenn jemand neben mir etwas isst, das ich mir selbst nicht erlaubte. Ich habe genau geschaut, was andere essen, und mich dabei ertappt, wie ich es mit meinem eigenen Essen verglich.

Und das Schlimmste war das Gefühl, allein damit zu sein. Ich dachte wirklich, ich bin die Einzige, die das so erlebt. Dass bei allen anderen die Gedanken ans Essen längst aufgehört hatten und nur bei mir nicht. Inzwischen sehe ich es bei fast jeder Frau, die ich begleite. Genau diesen Lärm im Kopf.

Warum entsteht Food Focus?

Food Focus

Food Focus ist fast immer eine Folge von Mangel und nicht von fehlender Disziplin.

Wenn Dein Körper über längere Zeit zu wenig bekommt, schaltet er auf Überleben und fährt in einen Sparmodus. Was dabei im Körper passiert, also mit Deinem Stoffwechsel, Deinen Hormonen und Deiner Energie, habe ich ausführlich im Artikel zum Hungerstoffwechsel beschrieben. Hier geht es um die Frage, warum aus diesem Mangel ausgerechnet ständige Gedanken ans Essen werden.

Die Antwort ist ein uralter Schutzmechanismus. Wenn Nahrung knapp wird, lenkt Dein Gehirn die Aufmerksamkeit auf das eine, das jetzt zählt. Das Essen. Unsere Vorfahren mussten bei Mangel auf die Suche nach Essen fokussiert bleiben, sonst hätten sie nicht überlebt. Dein Körper macht heute dasselbe, auch wenn der nächste Supermarkt nur um die Ecke ist. Die Essensgedanken sind sein Weg, Dich zu erinnern: „Hey, ich brauche etwas.“

Dabei geht es nicht nur um die reine Menge. Schon das Gefühl, sich etwas zu verbieten, erzeugt diese Fixierung. Also allein die erlebte Entbehrung durch Verbote kann zu ständigen Gedanken ans Essen führen. Und zwar unabhängig davon, wie viel jemand tatsächlich isst.

Am bekanntesten ist das aus der Minnesota-Studie. Zuvor gesunde Männer entwickelten unter starker Nahrungseinschränkung ein regelrechtes Zwangsverhalten rund ums Essen, dazu eine niedergeschlagene Stimmung und eine totale Fixierung aufs Essen. Nicht ihr Charakter hat sich verändert, sondern ihr Mangel hat ihren Kopf übernommen.

Diese starke, quälende Fixierung ist typisch für den Mangel bei einer Essstörung. Nicht jeder Mensch, der mal eine Weile auf etwas verzichtet, erlebt sie in dieser Wucht. Genau das ist der Unterschied zwischen Food Focus bei einer Essstörung und dem, was beim Abnehmen gemeint ist. Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Food Noise bei einer Essstörung

Wenn Du im Netz nach Food Noise suchst, landest Du auch oft beim Übergewicht und Abnehmen. Dort wird der Lärm im Kopf als etwas verstanden, das vom Abnehmen abhält und das leiser werden soll.

Bei einer Essstörung oder zwanghaften Restriktionen ist die Ausgangslage eine andere, und damit ändert sich alles. Der Lärm entsteht hier aus Mangel. Dein Körper bekommt zu wenig, und die ständigen Gedanken sind sein Weg, Dir genau das zu sagen. Sie sind kein Defekt, den man abstellen muss, sondern ein Hilferuf.

Und genau daraus folgt die Falle. Mehr Kontrolle fühlt sich an wie die Lösung, ist aber die Ursache, wenn er aus Mangel kommt. Dann macht ihn weniger Essen nicht leiser, sondern lauter. Ich habe das jahrelang versucht und mich damit tiefer hineingetrieben, statt heraus.

Die Grenze ist dabei nicht so sauber, wie sie klingt. Auch hinter dem Wunsch abzunehmen steckt oft ein gestörtes Verhältnis zum Essen. Manchmal ist es auch emotionales Essen, bei dem Essen ein Gefühl beruhigen soll, wie beim Frust- und Stressessen. Das ist ein anderes Thema als der Mangel, um den es hier geht. Deshalb geht es nicht darum, wer in welche Schublade gehört, sondern darum, was Dein Körper braucht. Und wenn er aus Mangel ständig nach Essen ruft, ist weniger Essen nie die Antwort, ganz gleich, wie Dein Körper aussieht.

Vielleicht denkst Du auch gerade, so schlimm ist es bei mir doch gar nicht. Diesen Gedanken kenne ich gut. Aber wenn Du Dir nicht sicher bist, ist genau das ein Grund, beim Wenigeressen vorsichtig zu sein und es nicht einfach auszuprobieren. Der Mangel ist kein Feind, den Du besiegen musst. Er zeigt Dir, dass Dein Körper etwas braucht.

Mein Weg in die Freiheit

Der Food Focus hat mich lange Zeit nicht losgelassen. Selbst in der ersten Zeit ohne Essanfälle war mein Kopf morgens beim Aufwachen sofort beim Essen. Doch das Schlimmste war für mich nicht ein einzelner Gedanke. Es war, dass dieser Lärm nicht aufhörte und mich fast verrückt gemacht hat. Ich wollte einfach nur, dass es aufhört.

Lange habe ich gegen diesen Lärm gekämpft. Ich habe ihn verflucht und wollte ihn weghaben. Erst nach und nach habe ich verstanden, dass er einen Grund hatte. Mein Körper war noch unterversorgt, und ich hatte mich zwölf Jahre lang fast nur mit dem Thema Essen beschäftigt. Es war mein ganzer Lebensinhalt geworden, und ich hatte noch nichts gefunden, das diesen Platz füllen konnte.

Der Wendepunkt kam nicht durch einen Trick. Er kam, als ich aufgehört habe, gegen meinen Körper zu arbeiten. Als ich anfing, ihm regelmäßig genug zu geben und mir nach und nach wieder mehr erlaubte, was ich mir so lange verboten hatte, wurde es langsam besser. Nicht von heute auf morgen. Aber spürbar.

Am Anfang war es ein einziger Moment im Supermarkt. Früher stand ich ewig vor dem Regal, habe verglichen und am Ende doch wieder das Vertraute genommen, obwohl ich mir längst etwas anderes gewünscht hatte. Und irgendwann habe ich einfach das genommen, worauf ich Lust hatte, und bin weitergegangen. So klein das klingt, für mich war das echt ein großer Schritt.

Heute ist Essen ein Teil meines Lebens, nicht mehr der Mittelpunkt. Mein Kopf hat wieder Platz für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Bei den Frauen, mit denen ich arbeite, die genau dort stehen, wo ich damals war, sehe ich dasselbe. Am Anfang dreht sich fast alles ums Essen, doch je mehr ihr Körper bekommt, was er braucht, desto mehr treten andere Themen wieder in den Vordergrund.

Was Dein Körper Dir sagen möchte

Den größten Unterschied hat für mich ein einziger Perspektivwechsel gemacht. Solange ich den Food Focus als Feind gesehen habe, habe ich gegen meinen Körper gekämpft. Als ich anfing, ihn als Botschaft zu lesen, hat sich etwas gelöst.

Denn der Lärm ist nicht zufällig. Dein Körper lenkt Deine Gedanken auf das, was ihm fehlt. Oft sind es genau die Lebensmittel, die Du Dir lange verboten hast. Also statt Deine Gedanken als Schwäche zu deuten, kannst Du fragen, was sie Dir sagen wollen. Wenn Dir immer wieder dasselbe in den Kopf kommt, ist das kein Kontrollverlust, sondern ein Hinweis.

Dein Kopf sagt Dir tagelang: „Ich will Schokolade“. Der erste Reflex ist, dagegen anzukämpfen. Vielleicht steckt aber einfach ein Bedürfnis dahinter, und Dein Körper erinnert Dich so lange daran, bis Du hinhörst. Er meint es nicht böse mit Dir. Er versucht, Dir zu zeigen, was er braucht. Es geht nicht um die Schokolade allein, sondern darum, dass hinter dem ständigen Gedanken ein echtes Bedürfnis steckt.

Warum Verbote den Lärm lauter machen

Warum funktioniert das Wegschieben so selten?

Du kennst das vielleicht von einem Kind, dem man sagt: „Fass den Ofen nicht an“. Genau dann will es das erst recht. Mit Lebensmittelverboten ist es dasselbe. Je strenger Du Dir etwas untersagst, desto lauter wird der Gedanke daran.

Diese Gedanken zu bekämpfen heißt also, gegen die eigene Biologie zu kämpfen. Ihn zu verstehen heißt, wieder ein Team mit dem Körper zu werden, statt gegen ihn zu arbeiten. Und genau dieser Wechsel, vom Kämpfen zum Hinhören, ist der Anfang davon, dass es leiser wird.

Wie das Denken ans Essen wieder leiser wird

Damit kein falscher Eindruck entsteht. Es gibt keinen Trick, der den Lärm über Nacht abstellt. Und es soll auch keinen geben, denn er ist ja ein Signal und kein Defekt. Es geht nicht darum, ihn zu übertönen, sondern darum, dem Körper das zu geben, wonach er ruft. Dann wird er von selbst leiser.

Verlässlichkeit

Das Erste, was wirklich etwas verändert, ist Verlässlichkeit . Wenn Dein Körper regelmäßig genug bekommt, lernt er, dass die Knappheit vorbei ist. Er muss Dich nicht mehr ständig erinnern. Das Nervensystem beruhigt sich, und das Essen verliert nach und nach seinen Ausnahmecharakter. Du musst dafür kein Hungergefühl abwarten. Nach langer Restriktion meldet sich dies oft gar nicht zuverlässig, und genau deshalb hilft ein fester Rhythmus mehr als das Warten auf ein Signal, das noch nicht zurück ist.

Verbote nach und nach auflösen

Das Zweite ist, Verbote nach und nach aufzulösen. Solange ein Lebensmittel verboten ist, bleibt es laut. Oft steckt dahinter auch die Angst vor der Zunahme, die das Erlauben so schwer macht. Sobald Du es Dir wieder erlaubst, verliert es seinen Reiz. Das passiert nicht auf einen Schlag und das muss es auch nicht. Es darf Schritt für Schritt gehen, in Deinem Tempo. Mehr dazu findest Du in meiner Artikelserie zuFear Foods„.

Selbstfürsorge statt Selbstkontrolle

Und das Dritte ist eine Haltung, kein Werkzeug. Selbstfürsorge statt Selbstkontrolle. Über Jahre war Kontrolle vielleicht Dein wichtigstes Mittel, und der Gedanke, sie loszulassen, macht Angst. Aber der Weg hier führt nicht über noch mehr Strenge, sondern über das Gegenteil. Über die Frage, was Du gerade wirklich brauchst, und über einen freundlicheren Umgang mit Dir selbst.

Etwas möchte ich ehrlich dazusagen. Das Essen ist dabei immer nur der sichtbare Teil. Damit der Lärm dauerhaft leiser wird, geht es auch um das, was darunterliegt, um die Ängste und Gewohnheiten, die Dich im alten Muster halten. Das ist der Punkt, an dem viele merken, dass sie es nicht allein schaffen müssen. Und das ist keine Schwäche, sondern oft genau der Schritt, der den Unterschied macht.

Übungen und die Mini-Gefühls-Checkliste

Diese kleinen Übungen ersetzen keine Begleitung. Aber sie können Dir helfen, einen Schritt zurückzutreten und wieder mit Deinem Körper ins Gespräch zu kommen, statt gegen ihn zu kämpfen.

  1. Erst fühlen, dann bewerten.

    Wenn die Gedanken ans Essen laut werden, halte kurz inne und frag Dich nicht, was habe ich falsch gemacht, sondern, was brauche ich gerade. Diese eine Frage dreht die Richtung. Weg vom Verurteilen zum Hinhören.

  2. Die Mini-Gefühls-Checkliste.

    Wenn der Drang oder das Gedankenkreisen kommt, geh innerlich eine kurze Liste durch. Bin ich wirklich körperlich hungrig. Bin ich gestresst oder angespannt. Bin ich müde. Bin ich traurig, einsam oder gelangweilt. Oft steckt hinter dem Gedankenkreisen gar nicht nur der Hunger, sondern ein Gefühl, das gesehen werden will. Du musst nichts davon sofort lösen. Es reicht, es zu bemerken.

  3. Hör auf, im Internet nach Antworten zu suchen.

    Ich weiß, wie verlockend das ist, jedes Symptom zu googeln oder mit KI-Tools zu besprechen. Aber das macht den Kopf nur lauter. Die Antwort liegt nicht in der nächsten Suchanfrage, sondern darin, wieder zu spüren, was Dein Körper Dir sagt.

  4. Schreib es auf.

    Wenn die Gedanken überhandnehmen, hilft es vielen, sie aufzuschreiben. Was denke ich gerade, und was könnte wirklich dahinterstecken. So bekommt der Lärm eine Form, und Du bekommst etwas Abstand.

Es geht bei all dem nicht um Selbstkontrolle, sondern um Selbstwahrnehmung. Du übst nicht, die Gedanken wegzudrücken. Du übst, sie zu verstehen. Das ist ein großer Unterschied.

Dein Kopf darf wieder frei werden

Wenn Du eine Sache aus diesem Artikel mitnimmst, dann diese. Der ständige Lärm im Kopf ist kein Zeichen dafür, dass mit Dir etwas nicht stimmt. Egal, ob er laut ist oder nur leise im Hintergrund mitläuft. Er ist ein Zeichen dafür, dass Dein Körper etwas braucht. Food Focus ist keine Charakterschwäche und kein Versagen. Er ist eine Reaktion auf Mangel, und er hat einen Sinn.

Er kann wieder leiser werden. Nicht, indem Du ihn bekämpfst oder übertönst, sondern indem Du Deinem Körper gibst, wonach er ruft, und aufhörst, gegen ihn zu arbeiten. Je verlässlicher er versorgt ist, desto weniger muss er Dich erinnern. Ich habe das selbst erlebt, und ich sehe es bei den Frauen, die ich begleite. Der Kopf wird wieder frei für die Dinge, die wirklich zählen.

Dieser Weg ist kein gerader, und Du musst ihn nicht allein gehen. Gerade der Teil unter der Oberfläche, die Ängste und die alten Muster, lässt sich oft leichter mit jemandem an der Seite lösen, der ihn kennt. Dafür gibt es verschiedene Wege, und meiner ist einer davon.

Falls Du spürst, dass Du nicht mehr allein weiterkommst, kannst Du Dich bei mir melden. In einem kostenfreien Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, wo Du stehst und was Dein nächster Schritt sein kann.

Du hast es verdient, dass in Deinem Kopf wieder Platz ist, für mehr als nur Essen.

Alles Liebe, Deine Janina

„Und dann kam der Tag, an dem das Risiko, fest in der Knospe zu verharren, schmerzhafter war als das Risiko aufzublühen.“

Anaïs Nin

Häufige Fragen zu Food Focus und Food Noise

Food Focus heißt, dass sich Deine Gedanken ständig ums Essen drehen. Was Du als Nächstes isst, wann und wie viel. Es ist kein alltägliches Nachdenken über die nächste Mahlzeit, sondern eine andauernde Fixierung, die viel Kraft kostet. Dasselbe wird auch Food Noise genannt.

Ja, gemeint ist dasselbe Phänomen, dieser ständige Lärm im Kopf rund ums Essen. Manche nennen ihn auch Essenslärm oder Gedankenkarussell.

Meistens, weil Dein Körper über längere Zeit zu wenig bekommen hat oder weil Du Dir vieles verbietest. Die ständigen Gedanken sind ein uralter Schutzmechanismus, mit dem Dein Körper sicherstellt, dass Du Dich um Nahrung kümmerst.

Das lässt sich nicht immer sauber trennen, und Du musst es auch nicht. Oft wird beides als dasselbe erlebt, weil hinter dem Food Noise ja ein echter Mangel steckt. Der Gedanke ans Essen ist dann kein falscher Alarm, sondern ein Hinweis darauf, dass Dein Körper etwas braucht.

Nach langer Zeit der Restriktion ist das Hungergefühl außerdem oft gestört. Es meldet sich gar nicht, zu spät oder als ständiges Rauschen. Deshalb ist es wenig hilfreich, Dich daran zu messen, ob ein Hunger „echt genug“ ist, bevor Du essen darfst. Diese Prüfung wird sonst schnell zur nächsten Kontrolle. Verlässlicher ist es, regelmäßig zu essen, statt auf ein eindeutiges Signal zu warten, das vielleicht noch gar nicht zurück ist.

Ja, er kann wieder leiser werden. Je verlässlicher und ausreichender Dein Körper versorgt ist und je mehr Verbote sich lösen, desto weniger muss er Dich an das Essen erinnern. Das geschieht nicht über Nacht, aber es geschieht.

Food Focus ist für sich genommen keine Diagnose, sondern ein Symptom. Er tritt häufig bei Essstörungen und nach langen Phasen der Restriktion auf. Wenn die Gedanken ans Essen Dich stark belasten, ist das ein Grund, Dir Unterstützung zu suchen, unabhängig davon, ob bei Dir je eine Essstörung festgestellt wurde. Die deutsche Patientenleitlinie zu Essstörungen, die auf der S3-Leitlinie der AWMF basiert, rät dazu, eine belastende Essstörung frühzeitig professionell behandeln zu lassen.

Wenn der Lärm in Deinem Kopf aus einem Mangel kommt, löst das Dämpfen des Signals die Ursache nicht. Bei belastenden Essensgedanken im Rahmen einer Essstörung ist fachliche Begleitung der sinnvollere Weg.

Quellenverzeichnis des Artikels:

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WICHTIGER HINWEIS

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Bei Essstörungen ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.

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Über die Autorin

Janina Eilts – Essstörungs-Coach & Ex-Betroffene

Sonnenaufgang

Janina Eilts ist die Gründerin von Lebensleichter und Essstörungs-Coach mit über 5 Jahren Coaching-Erfahrung.

Nach 12 Jahren im Teufelskreis von Magersucht und Bulimie hat sie ihren Weg in die Freiheit gefunden. Heute reist sie nur mit Handgepäck um die Welt und hilft Frauen dabei, dieselbe Befreiung zu erleben: ein intuitives Essverhalten zu entwickeln – ohne Diäten, Kalorienzählen oder Verzicht.

Janina kombiniert ihre 12-jährige persönliche Essstörungserfahrung mit ihrem Studium im Gesundheitsmanagement und teilt ihr Wissen u. a. in 130+ Artikeln, 200+ Podcast-Folgen und einer kostenlosen 3-teiligen Videoserie. Über 130 Frauen hat Janina bereits erfolgreich aus ihrer Essstörung begleitet.

Das Fachmagazin „Psychologie Heuteberichtete ebenso wie die „Welt am Sonntag“ über Janinas Geschichte. Zudem gab es Berichte über Janinas Weg aus der Essstörung zum Coach im NDR (Sendung „DAS!“) und in der Deutschen Welle. Zusätzlich gab Janina als Coach Interviews in zahlreichen Fach-Podcasts und hielt einen Vortrag beim Netzwerk Essstörung über ihren Weg aus der Essstörung.

Mehr über Janinas Geschichte findest Du auf Janinas Über-mich-Seite.

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