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Du warst heute Morgen beim Sport. Dann arbeiten. Dann noch was erledigen. Und als Du Dich abends kurz hingelegt hast, war sie sofort da. Diese Stimme. Sie sagt Dir: „Du solltest gerade nicht liegen. Du verschwendest Zeit. Steh auf.“
Das fühlt sich nicht krank an. Das fühlt sich nach Disziplin an. Nach Stärke. Nach jemandem, der sich im Griff hat. Doch wie ist es bei anderen? Sie fragen Dich wahrscheinlich eher: „Wie schaffst Du das alles?“ Oder sagen sowas wie: „Du bist so fleißig und so diszipliniert.„ Also, im Endeffekt bekommst Du von anderen noch Applaus für etwas, das Dich innerlich auffrisst.
Ich kenne diese Stimme. Sie kennt kein Genug. Egal was Du heute getan hast, es hätte mehr sein können. Sie kennt keine Ausnahme. Krank, erschöpft, verletzt, egal. Sie treibt weiter. Und sie bestraft jede Pause mit Schuldgefühlen. Das ist keine Stärke. Das ist die Essstörung in einem ihrer lautesten Momente. Nur dass sie sich so gut verkleidet, dass Du sie für Dich selbst hältst.
Hinter diesem Antreiber steckt nicht nur der Drang, Kalorien zu verbrennen. Er hält Dich auch in Bewegung, damit Du nicht fühlen musst, was in der Stille wartet. Solange Du rennst, kommt nichts hoch. Keine Leere. Keine Trauer. Keine Angst. Und solange Du leistest, bist Du jemand. Oder zumindest fühlt es sich so an.
In dieser Folge spreche ich darüber, wie Du diesen Antreiber erkennen kannst für das, was er wirklich ist. Nicht Dein Charakter. Nicht Deine Motivation. Sondern ein Teil der Essstörung, dem Du nicht mehr blind gehorchen musst. Und darüber, warum Stillsitzen manchmal mutiger ist als Weitermachen.
Wenn Du abends erschöpft bist, aber trotzdem nicht aufhören kannst, ist diese Folge für Dich.
Bis gleich, Deine Janina
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