7 Tipps für ein entspanntes Weihnachtsfest trotz Essstörung

Datum: 12.12.2023

Ich möchte Dir in diesem Artikel Tipps an die Hand geben, damit Du die Weihnachtszeit etwas besser überstehen kannst. Denn aktuell steht Weihnachten wieder vor der Tür. Das bedeutet, alle Geschäfte sind weihnachtlich dekoriert und es gibt massenhaft Süßigkeiten für das Weihnachtsfest zu kaufen. Falls es bei Dir in der Nähe einen Weihnachtsmarkt gibt, dann liegt der Geruch von Weihnachten wahrscheinlich schon in der Luft. Für die einen ist dies die schönste Zeit im Jahr und sie fiebern den ganzen Dezember auf Heiligabend hin.

Doch für die meisten mit einer Essstörung oder einem gestörten Essverhalten ist es eher keine schöne Zeit. Falls es bei Dir auch so ist, kann ich Dich gut verstehen und Du bist damit nicht alleine.

Was denkst Du über die Weihnachtszeit?

Jetzt mal ehrlich, sind „Das Fest der Liebe“, „Familie“, „Freude“ oder „Geschenke“ die ersten Gedanken, die bei Dir hochkommen, wenn Du das Wort Weihnachten hörst? Also, wenn ich zurückdenke an die Zeit meiner Magersucht, meiner Bulimie oder meinen emotionalen Essattacken, löste das Wort Weihnachten Stress und Panik aus.

Es kamen Gedanken auf wie:

  • Wann soll ich mich bewegen, wenn wir nur mit der Familie zusammen sitzen?
  • Kommen wieder Kommentare, wenn ich etwas nicht esse?
  • Bemerkt vielleicht jemand, dass ich viel zu viel esse?
  • Warum müssen wir außerhalb meiner Essenszeit essen?

Aufgrund dieser ganzen negativen Gedanken war kein Platz für etwas Positives. Ich konnte nicht verstehen, wie sich jemand auf diese Tage freuen konnte. Da Du diesen Text liest, kann ich mir vorstellen, dass es Dir ähnlich geht.

Warum ist Weihnachten bei emotionalem Essen oder Essstörung problematisch?

Es ist zwar so, dass Weihnachten als Fest der Liebe bezeichnet wird, es ist aber auch ein Fest des Essens. Damit meine ich, dass an Weihnachten überall viel gegessen wird bzw. Essen einen großen zeitlichen Rahmen einnimmt.

Nun ist es ja logisch, dass sich durch das viele Essen schwierige Situationen für Dich ergeben, wenn Du Unsicherheiten bezogen auf das Essen hast. Vielleicht bedeutet schon die Tatsache, dass Du mit so vielen anderen zusammen isst, Stress für Dich? Für mich war das früher zum Beispiel ein großer Stressfaktor. Nachfolgend findest Du weitere Gründe und Ängste, weshalb das Weihnachtsfest schwierig sein kann.

  • Angst davor, dass andere die Menge oder Art der Lebensmittel kommentieren, die Du isst. 
  • Schuldgefühle, weil sich andere Familienmitglieder über Dein Essverhalten streiten.
  • Angst vor den vielen Mahlzeiten an Weihnachten, da Du sonst nur einmal am Tag isst. 
  • Stress, da Du unter Druck gesetzt wirst, weil andere versuchen, Dich zu ermuntern, mehr zu essen. Vielleicht äußert auch jemand Enttäuschung, weil Du nur so wenig gegessen hast.
  • Die vielen Termine und das Gehetze von einem zu anderen Treffen stressen Dich.
  • Du fühlst Dich schlecht, weil Du merkst, dass andere Leute nicht wissen, wie sie mit Dir umgehen sollen oder sich Dir gegenüber „komisch“ verhalten. 

Ansonsten ist es so, dass es an Weihnachten viele Lebensmittel gibt, die von Dir als „schlecht“ oder „ungesund“ gelabelt sind. Das können zum Beispiel Süßigkeiten und Plätzchen sein. Falls Du diese Lebensmittel isst, um anderen Leuten ein gutes Gefühl zu geben, übergehst Du Dich selbst in diesem Moment. Das solltest Du nicht machen. Versuche bei Dir zu bleiben und auf Dich zu hören.

Wie war die Weihnachtszeit für mich während der Essstörung?

Wie soll ich Dir es am besten erklären? Kurz gesagt, war Weihnachten für mich das Fest der Panik. Also hätte ich damals am ersten Dezember einen Wunsch freigehabt, dann hätte ich mir gewünscht, dass direkt der 01. Januar des nächsten Jahres ist. Dadurch hätte ich mir die komplette Weihnachtszeit erspart. Dann hätte ich mich auch wieder besser um meine selbst auferlegten Regeln kümmern können. Geht es Dir vielleicht auch so? 

Doch das war natürlich nur ein Traum.

Ich habe mir damals einfach so einen großen Stress gemacht, dass ich manchmal gar nicht mehr weiß, wie ich das geschafft habe. Bereits in der Vorweihnachtszeit habe ich mir 1000 Gedanken gemacht, wie ich am besten meine Regeln einhalte. Dadurch war ich den ganzen Dezember nur gestresst. Natürlich gönnte ich mir in dieser Zeit keine Ruhe und nahm mir auch keine Zeit für mich und meine Bedürfnisse. Das war eine Garantie dafür, dass es mir nur noch schlechter geht.

Meine Erfahrungen an Weihnachten mit Essstörung?

An Weihnachten selbst war es auch nicht besser. Während der Familientreffen versuchte ich mich so zu verhalten, wie ich meinte, dass es von mir erwartet wird. Ich versuchte alles richtigzumachen, doch trotzdem fühlte ich mich oft beim Essen beobachtet. Während meiner Magersucht hatte ich Angst, dass es auffällt, dass ich so wenig essen würde. Doch gleichzeitig hasste ich mich auch dafür, dass ich mehr aß als ich geplant hatte.

In der Bulimie war es für mich einfacher, den Schein zu wahren. Denn zu dieser Zeit konnte ich „normal“ mitessen. Allerdings fragte ich mich immer, ob keiner merkt, was für riesige Mengen ich aß. Dass ich mich im Anschluss übergeben habe, wusste keiner aus meiner Familie. Daher hatte ich auch immer ein schlechtes Gewissen und Angst aufzufliegen. Denn ich fragte mich oft, ob es nicht doch jemand mitbekommt. Nachdem ich mich übergeben hatte, fühlte ich mich leer und einsam. Dann war ich allein mit meinen Schuld- und Schamgefühlen. Ich fühlte mich allein, einsam und schrecklich. 

Mein Verhalten in der Weihnachtszeit mit Essstörung

In der Weihnachtszeit war es für mich sehr schwer, meine ganzen Regeln rund um das Thema Essen einzuhalten. Es war fast unmöglich, diese einzuhalten. Hierdurch allein fühlte ich mich schon einfach elendig.

Daher begann ich in der Vorweihnachtszeit, mein sowieso schon enorm hohes Sportprogramm noch weiter zu steigern. Hierdurch wollte ich sicherstellen, dass ich in der Weihnachtszeit nicht zunehme. Mein Plan war, im Voraus Kalorien zu verbrennen, damit ich an Weihnachten auch etwas essen konnte. Dies war natürlich totaler Quatsch, da es mir zu dieser Zeit eher gutgetan hätte zuzunehmen, aber ich war damals noch nicht so frei. 

Daher habe ich mir genaue Regeln aufgestellt. Das heißt, es war genau geplant, was und wie viel ich essen darf. Durch diese Regeln erschuf ich die Illusion von Kontrolle. Wenn ich meine zuvor festgelegten Regeln nicht einhalten konnte, habe ich mich dafür bestraft. Die Bestrafung war, dass ich mich selbst mit Worten schrecklich fertig gemacht habe. Allerdings konnte es auch noch schlimmer werden und ich habe mich dann selbst verletzt.

Durch dieses Verhalten habe ich mich dann letztendlich nur noch schrecklicher gefühlt. 

Meine 7 Tipps für Weihnachten an Dich:

Damit es Dir dieses Jahr nicht ganz so schlecht geht und Du ein entspanntes Weihnachtsfest hast, gebe ich Dir nachfolgend 7 Tipps. Diese Tipps würde ich rückblickend gerne der Janina von früher geben.

  • Trage ein „Recovery Symbol“ bei Dir. Was ich damit meine? Suche Dir beispielsweise ein Armband aus, oder trage einen kleinen Stein bei Dir, der Dir in dieser Situation Halt und Sicherheit symbolisiert. Wenn Du Dich schlecht fühlst, nimm es in Deine Hände und sage Dir: „Ich mache das gut und es wird alles gut“.
  • Konzentriere Dich an den Weihnachtstagen immer wieder auf Deine Atmung. Dadurch baust Du Stress ab und bist im Hier und Jetzt.
  • Wähle beim Weihnachtsessen ein für Dich „sicheres Lebensmittel“ aus. Zum Beispiel, wenn es Kartoffeln, Rotkohl und Braten gibt und Rotkohl für Dich „sicher“ ist, dann nimm immer Rotkohl dazu.
  • Schicke mir eine Nachricht, wie Du Dich gerade fühlst und was Dich bedrückt. Durch diese Nachricht gibst Du Deinen Gefühlen Raum und allein dadurch tritt meist schon eine Besserung ein.
  • Wenn Du merkst, dass es Dir in einem Moment alles zu viel wird, gehe kurz an die frische Luft oder in ein anderes Zimmer, um durchzuatmen und Abstand zu bekommen.
  • Sorge Dich an Weihnachten um Dich und plane Zeit für eine Mediation, einen Spaziergang, eine Yoga-Session oder etwas anderes, was Dir Energie gibt ein.
  • Wer von Deinen Freunden und Familie weiß von Deiner Essstörung? Vertraue Dich dieser Person an und erzähle ihr, wie sie Dich an Weihnachten unterstützen kann. So hast Du einen Verbündeten und fühlst Dich nicht allein.

Abschluss Worte

Die Tipps, die ich Dir hier gegeben habe, sind natürlich kein Allheilmittel. Außerdem sind sie nicht auf Deine individuelle Situation angepasst. Daher picke Dir aus der Liste den Tipp, der Dich als Erstes anspricht. Dann versuche diesen einen Tipp umzusetzen.

Danach kannst Du auch weitere ausprobieren, doch das Wichtigste ist anzufangen und einen Tipp anzuwenden. Zudem solltest Du Dich hier nicht unter Druck setzen. Bei den Vorgehensweisen gibt es kein Richtig oder Falsch, probiere einfach aus, was für Dich am besten funktioniert. 

Falls Du gerne ursächlich an Deinen Problemen arbeiten möchtest, dann lass es mich gerne wissen. Dann können wir in einem gemeinsamen Kennenlerngespräch gerne schauen, wie ich Dich individuell auf Deinem Weg unterstützen kann.

Liebe Grüße Deine Janina

„Weihnachten ist oft ein lautes Fest:
Es tut uns aber gut, ein wenig still zu werden, um die Stimme der Liebe zu hören.“

Papst Franziskus

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