Körperhass in 4 Schritten überwinden

09.11.2022

Körperhass ist weiter verbreitet, als die meisten sich vorstellen und es betrifft nicht nur Frauen mit einer Essstörung. Daher möchte ich Dir heute zeigen, wie Du Deinen Körperhass in 4 Schritten überwinden kannst.

Vielleicht kennst Du es, Du schaust Dich selbst im Spiegel an und wie von selbst steigt ein Gefühl von Ekel oder Hass auf Deinen Körper in Dir empor. Möglicherweise hörst Du auch einfach nur diese nörgelnde und kritische Stimme. Diese Stimme findet immer irgendeine Stelle an Deinem Körper, an der es etwas zu kritisieren gibt. Wünschst Du Dir, dass diese Stimme und diese Gefühle einfach verschwinden?

Ich könnte mir vorstellen, dass Du schon einiges versucht hast, um diese Gefühle und diese Stimme endlich loszuwerden. Doch wahrscheinlich ist es bei Dir genau wie bei vielen anderen auch, egal was Du machst, es ändert sich entweder nur kurzweilig etwas oder es ändert sich nichts. Doch lass mich Dir versichern, es ist möglich, Deinen Körperhass zu überwinden, nur musst Du dafür vielleicht einen anderen Weg versuchen als den bisherigen.

Denn auch wenn Du nicht mehr in der Magersucht steckst oder keine Fressanfälle mehr hast, kannst Du dennoch an vielen negativen Gewohnheiten festhalten. Du hast vielleicht das Schlimmste überwunden, doch ein wirklich freies, leichtes und erfülltes Leben lebst Du noch nicht. Möglicherweise steckst Du ja auch noch in der Quasi-Recovery? Es ist jedoch ganz egal, wie Du Deine aktuelle Situation bezeichnest, da wie bereits erwähnt auch Frauen ohne Essstörung an Körperhass leiden können. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass solange Du noch ein großes Problem mit Deinem Körper hast, ist es sehr schwer, sich von allen negativen Gewohnheiten zu befreien und ein leichtes Leben zu führen.

Daher möchte ich Dir in diesem Artikel zeigen, wie Du in 4 Schritten Deinen Körperhass abbauen kannst und ein gesünderes Verhältnis zu Deinem Körper aufbauen kannst. 

Was steckt hinter Körperhass?

Love & Hate Schrift als Zeichen dafür wie Körperhass zu überwinden ist.

Damit Du die Beziehung zu Deinem Körper verbessern kannst, ist es als Erstes extrem wichtig, dass Du verstehst, dass es fast nichts mit Deinem Körper zu tun hat, wenn Du ihn hasst. Vielleicht fragst Du Dich jetzt, wenn ich meinen Körper hasse, ist der Körper nicht das Problem? Janina, was für einen Sinn soll das machen? 

Nun gut berechtigte Frage. Ich stelle Dir einfach mal eine Gegenfrage. Kennst Du es, dass egal was Du machst und was Du an Deinem Körper verändert, es trotzdem nicht gut genug ist? Ja? Okay, dann sollte klar sein, dass selbst wenn Du Dein „Zielgewicht“ oder Deine „Ziel-Kleidergröße“ erreichst, Du immer noch unzufrieden mit Deinem Körper wärst. Warum das so ist? Weil Du Dir einfach ein noch „höheres Ziel“ setzen würdest. 

Daher wird es für Dich Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. Bist Du bereit dafür? Falls ja, dann freue ich mich, Dir mitteilen zu dürfen, dass es einen anderen Weg gibt. Dieser Weg erfordert natürlich ein bisschen Arbeit. Denn der Weg ist nicht so oberflächlich, dass Du nur an Deinem Äußeren arbeitest, sondern es geht viel tiefer. Dafür steht am Ende des Weges der Frieden zwischen Deinem Körper und Deiner Seele.

Die 4 Schritte, um Deinen Körperhass zu überwinden

1. Mache Dir bewusst, warum Du Deinen Körper hasst.

Du hast ja bereits in der Einleitung gelernt, dass Hass auf Deinen Körper wenig mit Deinem Körper zu tun hat. Also das Problem ist nicht,  wie Du tatsächlich aussiehst, sondern viel mehr, was in Deinem Inneren vor sich geht. Was genau bei Dir im Inneren vorgeht, kannst natürlich nur Du selbst wissen, denn niemand anderes kann in Dich hineinschauen. Allerdings möchte ich Dir hier ein paar Beispiele geben.

Zum Beispiel projizieren einige Menschen ihre Gefühle von Unzulänglichkeiten und Unvollkommenheit auf den Körper. Das heißt, es ist einfacher und greifbarer, den eigenen Körper zu hassen, als sich einzugestehen, dass man sich selbst als nicht genug erachtet. Ein anderes Beispiel könnte sein, dass Du Dich mit unrealistischen Schönheitsidealen vergleichst. Als Beispiel glaubst Du, Dein Bauch müsste aussehen wie der Bauch bei einem mit Photoshop bearbeiteten Model. Falls Du das wirklich möchtest, schick mir ein Foto von Deinem Bauch, ich bearbeite diesen und dann hast ein Foto von Deinem Bauch, wie Du ihn Dir wünscht. Ich glaube aber nicht, dass Dich das glücklich macht. „Aber Janina, das ist dann ja auch fake.“ Okay, der Bauch mit dem Du Dich vergleichst aber auch oder?

Nun ja, egal, zurück zum Thema. Es gibt hier sehr viele verschiedene Gründe. Daher ist es sehr wichtig, dass Du Dir hier klar darüber wirst, was hinter Deinem eigenen Körperhass steckt. Wie Du das herausfindest? Es gibt mehrere Möglichkeiten, Du kannst  zum Beispiel Deine Gedanken in ein Tagebuch schreiben, damit Du Deine eigenen Gedanken über Deinen Körper erkennst. Falls dies nicht zum Erfolg führt oder Du keine Zusammenhänge erkennst, wäre es eine Option, mit einer Person von außen zu sprechen. Diese hat meistens einen neutralen Blick auf die Dinge. Dies könnte zum Beispiel ein sehr guter Freund/Freundin sein, Dein Therapeut oder ein Coach. Das Wichtigste ist hier, dass Du dir wirklich Zeit nimmst und intensiv danach forscht, was hinter diesem Selbsthass steckt.

Sobald Du die Ursache für Deinen Körperhass gefunden hast, frage Dich, inwiefern Dir die Kritik an Deinem Körper wirklich dabei hilft, diese Probleme anzugehen oder zu überwinden? Du solltest Dich auch ehrlich fragen, ob es Dir hilft, Dich besser zu fühlen und unrealistische Forderungen an Deinen Körper zu stellen? Vielleicht fühlst Du Dich dadurch schlechter? Frage Dich, ob der Hass, das Nörgeln und kritisieren Deines Körpers Dich einen Schritt näher an die Person bringt, die Du gerne sein möchtest oder hält es Dich vielleicht sogar von der Heilung ab? 

Sobald Du erkennst, dass der Hass auf Deinen Körper Dir nicht hilft, sondern Deinen Genesungsfortschritt und die Freiheit, das Leben zu genießen behindert, wirst Du eine größere Motivation spüren, wirklich etwas zu unternehmen, um die Beziehung zu Deinem Körper zu heilen.

2. Höre auf Forderungen an Deinen Körper zu stellen

Denn eines der größten Probleme, die zu Körperhass führen können, sind unsere Forderungen, die wir an unseren Körper stellen. Denn die Realität entspricht oftmals nicht dem, was wir von unserem Körper fordern. Wenn wir fordern, dass unser Körper aussehen soll wie X, unser Körper jedoch aussieht wie Y, machen wir uns selbst unglücklich.

Sofern Du Dich von Deinem Körperhass lösen möchtest, ist es nötig, die Forderungen an Deinen Körper loszulassen. Stattdessen solltest Du akzeptieren und anerkennen, dass jeder Körper anders ist. Dafür möchte ich, dass Du Dir den nachfolgenden Satz irgendwo aufschreibst, wo Du ihn jeden Tag siehst: „Jeder Körper ist einzigartig, besonders und perfekt und zwar genauso wie er ist!“ 

Dein Körper muss keine bestimmte Kleidergröße haben, kein bestimmtes Gewicht erreichen und keine bestimmten Formen oder Größen haben. Anstatt irgendetwas von Deinem Körper zu fordern, solltest Du Dich darauf konzentrieren, Deine Erwartungshaltung aufzugeben und eine wertschätzende Einstellung Deinem Körper gegenüber aufzubauen.

Falls Du Dich fragst, wie Du Deine Einstellung Deinem Körper gegenüber in eine Wertschätzende verwandelst, dann frage Dich doch zuerst einmal, was Du an Deinem Körper wertschätzen kannst? Falls Dir nichts einfällt, gebe ich Dir nachfolgend ein paar Beispiele: Du kannst zum Beispiel die Tatsache wertschätzen, dass er Dir erlaubt zu atmen, zu leben, Dich zu bewegen oder eine Dir nahe stehende Personen zu berühren.

Dafür solltest Du damit aufhören, Dich auf das zu konzentrieren, was Dir nicht gefällt und Dich stattdessen auf das zu konzentrieren, wofür Du dankbar bist. Denn solange Du dankbar bist, ist kein Platz für Hass auf Deinen Körper. Dadurch zeigst Du Deinem Körper gegenüber Akzeptanz und Respekt. Dein Körper verdient Respekt und Anerkennung für das, was er für Dich leistet.

3. Konzentriere Dich auf Körperfunktionen und nicht auf Aussehen

Ich möchte jetzt ganz ehrlich zu Dir sein, es wird wahrscheinlich immer Teile Deinem Körper geben, mit denen Du mal unzufrieden oder unglücklich bist. Das kann zum Beispiel die Cellulite an den Oberschenkeln sein, eine unscharfe Bauchmuskulatur oder ein in Deinen Augen zu dicker Po. Allerdings ist dies komplett normal. Dafür solltest Du Dir auch noch einmal ins Gewissen rufen, dass keine Gewichtsabnahme oder sonstige Änderung an Deinem Körper daran etwas ändern würde. Also nichts davon würde dazu führen, dass Du vollkommen zufrieden und glücklich mit Deinem Körper bist. Diese Tatsache solltest Du einfach akzeptieren und Dich stattdessen auf die Funktion Deines Körpers konzentrieren.

Das heißt konkret, dass Du aufhören solltest, Dir Gedanken über das Aussehen Deines Körpers zu machen und Dich vielmehr auf das konzentrieren solltest, was Dir Dein Körper ermöglicht. Hier noch mal ein paar Beispiele: Du kannst an der frischen Luft spazieren gehen, die Sonne auf Deiner Haut spüren und Du hast die Möglichkeit, Dich mit Freunden zu treffen.

Damit Dir dieser Wechsel gelingt, solltest Du anfangen, Deine Gedanken zu beobachten und bei jedem Gedanken, der Deinen Körper für sein Aussehen kritisiert, innerlich „STOPP!“ Sagen. Danach ersetzt Du diesen Gedanken durch einen Gedanken, der die Funktion Deines Körpers wertschätzt. Du brauchst Dich nicht für diese kritischen Gedanken zu verurteilen, sondern einfach feststellen und ersetzen.

Als kleines Beispiel: Wenn Du zum Beispiel bemerkst, dass Du denkst: „Meine Oberschenkel sind so dick und hässlich“, dann ändere diesen Gedanken in „Meine Beine sind kräftig, gesund und stark, dass sie es mir ermöglichen, durch den Park zu spazieren und dafür bin ich sehr dankbar.“

4. Gewichtsverlust und keine Körperveränderung können kein negatives Körperbild heilen

Damit es klar wird und weil es so wichtig ist, möchte ich es noch einmal erwähnen: Der Gedanke „Ich bin mit meinem Körper zufrieden, wenn…“ ist eine Illusion – denn wenn Du das Ziel, das Du Dir gesetzt hast, erreichst, setzt Du Dir einfach ein weiteres noch anspruchsvolleres Ziel. Das führt einfach nur zu einem Teufelskreis, der nie dazu führt, dass Du wirklich glücklich oder zufrieden mit Deinem Körper bist, und zwar ganz gleich, wie er aussieht. Also erkenne, dass Abnehmen keine Heilung für Dein Körperhass ist.

Mach Dir bitte einmal klar, dass Du nicht Dein Körper bist und Dein Aussehen nur ein winzig kleiner Aspekt von Dir ist. Dein Aussehen definiert Dich nicht und Dein Aussehen entscheidet nicht darüber, ob Du ein wertvoller Mensch bist oder nicht. Somit verschwende nicht Deine Zeit damit, Dich mit kleinen Mängeln und Unvollkommenheiten Deines Körpers zu beschäftigen. Du solltest Dich in Deinem Leben auf die Dinge konzentrieren, die Dir Freude bereiten und Erfüllung bringen.

Die Wahrheit ist ganz einfach, dass Du Deinen Körper nicht jeden Tag lieben wirst. Dazu zählt auch, dass Du Dich nicht jeden Tag superselbstbewusst und wohl in Deiner Haut fühlen wirst. Denn selbst Menschen mit einem positiven, gesunden Körperbild werden Momente oder Tage mit einem negativen Körperbild. Allerdings verlassen sich diese Menschen darauf, dass diese Momente vorübergehen und sie diese überstehen können und das ist auch für Dich möglich.

Also höre auf, so unrealistische Erwartungen an, Dich selbst zu stellen. Das beinhaltet zum Beispiel die Erwartung, dass Dein Körper auf eine bestimmte Art und Weise aussieht, oder die Erwartung, dass Du immer Liebe und bedingungslose Akzeptanz für Deinen Körper empfinden wirst. Denn die Genesung und Verbesserung Deines Körperbildes kann wie eine Achterbahnfahrt sein, mit Höhen und Tiefen. Dazu kommen dann noch Hindernisse und Rückschläge und das ist ganz normal und gehört dazu.

Körperhass – Abschlussworte

Also zuerst einmal konzentriere Dich vorerst auf Dankbarkeit und das Loslassen von Erwartungen und höre wieder auf Deinen Körper. Frage Dich, wie Du auf die Bedürfnisse Deines Körpers hören und ihn respektieren kannst. Danach frage Dich, wie Du diese Bedürfnisse in deinen Alltag integrierst? 

Wenn Du Deinen Körper wertschätzt, anstatt ihn zu bestrafen, wirst Du nach und nach beobachten können, wie sich die Beziehung zu Deinem Körper verbessert. Dann wirst Du feststellen, dass es Dir immer leichter fällt, negative und abwertende Gedanken Deinem Körper gegenüber durch positive, dankbare Gedanken zu ersetzen.

Dein Körper verdient Anerkennung, Respekt und Pflege. Der richtige Zeitpunkt damit anzufangen ist jetzt…

Falls Du Hilfe brauchst, um an Deinem Körperbild zu arbeiten, kannst Du Dich gerne bei mir melden.

Liebe Grüße Deine Janina

„Freiheit bedeutet, dass man nicht unbedingt alles so machen muss wie andere Menschen.“

Astrid Lindgren

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