Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung

10.01.2021

All diejenigen die sich in einer Essstörung befinden, oder sich in einer Essstörung befanden, wissen, wovon ich spreche, das Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung. Die elendigen Gedanken um das Hunger- und das Sättigungsgefühl. Sie rauben einem manche Nerven und lassen einen immer wieder verzweifeln. In diesem Artikel wird es darum gehen, wie sich die meisten von euch fühlen, wenn sie Hunger verspüren, oder satt sind. Und wie ihr es lernen könnt euer Hunger- und Sättigungsgefühl wieder zu akzeptieren. Vielleicht hast Du auch öfters keinen Hunger oder keine Lust zu essen, weil Du Verdauungsprobleme hast?

Instagram-Umfrage

Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung

Vor einigen Wochen habe ich bei Instagram folgende Frage gestellt:

„Was hast du für Gedanken über dich, wenn du satt bist?“

Die folgenden Antworten erhielt ich:

Ich…

  • …bin schwach.“
  • …habe die Kontrolle verloren.“
  • …habe versagt.
  • …bin disziplinlos.“
  • werde stark zunehmen.“
  • …muss mich bewegen.“

Außerdem habe ich gefragt:

„Wie fühlst du dich, wenn du satt bist?“

Die folgenden Antworten erhielt ich:

  • „Ekelig“
  • „Schwach“
  • „Dick“

Das waren jeweils die häufigsten Antworten, auf diese beiden Fragen. Und ich kann nur sagen. Genau so habe ich mich auch immer gefühlt und so habe ich mich auch immer gesehen. Ich fand mich unglaublich schrecklich und dick, wenn ich satt war. Dieses Gefühl hat mich fertig gemacht, ich konnte einfach nicht damit umgehen. Denn meiner Meinung nach hatte ich versagt, denn ich konnte meine selbst auferlegten Regeln nicht einhalten.

Aber wieso ist das so? Wieso hat man solche Gefühle, wenn man satt ist?

Naja gut, das ist ganz einfach zu erklären. Denn Menschen mit einer Essstörung arbeiten gegen sich und stellen sich selber Regeln auf. Und eine Regel ist unter anderem, dass es schlecht ist, satt zu sein. Satt zu sein bedeutete nämlich, disziplinlos zu sein. Anders wiederum sieht es beim Hungergefühl aus. Hier treten eher die positiven Gedanken zum Vorschein.

Eine weitere Frage von mir war:

Wie fühlst du dich wenn du hungrig bist?“ 

Folgende Antworten kamen dabei heraus:

  • „Stolz“
  • „Stark“
  • „Leicht“
  • „Diszipliniert“
  • „Gut“

Und auch mir ging es so. Ich habe mich allen überlegen gefühlt, wenn ich hungrig war, denn das bedeutete, dass ich stark war, denn ich habe dem Hunger nicht nachgegeben. Aber diese negativen Glaubenssätze gilt es aufzulösen und dann erlangt man Schritt für Schritt das Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung zurück. Jedoch ist es nicht einfach die Glaubenssätze aufzulösen, immerhin waren sie jahrelang ein treuer Begleiter. Bei mir hatten sich diese beispielsweise 12 Jahre lang verankert. Und oftmals hat man den Anspruch an sich, was man sich 12 Jahre hart erarbeitet hat (#Ironie), innerhalb einer Woche auflösen zu können.

Ich musste mir also plötzlich sagen, dass es gut ist, satt zu sein, dass ich meinem Körper damit etwas Gutes tue. Ihn mit wichtigen Nährstoffen, die er zum Leben benötigt, versorge. Und das ich weder disziplinlos noch schwach bin, wenn ich meinem Hunger nachgebe und esse, bis ich satt bin. Das Sättigungsgefühl war einer der schrecklichsten Gefühle auf meinem Heilungsweg, weil ich einfach nicht damit umgehen konnte. In der Magersucht habe ich kaum Tage gehabt, an denen ich so viel gegessen habe, bis ich satt war. In der Bulimie hingegen, habe ich mich nach fast jedem Essen übergeben, sodass dass Sättigungsgefühl auch da nicht wirklich Beachtung bekommen hat. Aber wie könnt ihr es nun anstellen euer Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung wieder lernen zu akzeptieren? Wie könnt ihr eure Balance wiederfinden?

Nachfolgende möchte ich Dir 3 Tipps geben

1. Nicht alleine essen

Mir hat es geholfen, in der Anfangszeit nicht alleine zu essen. Ich wohne beispielsweise mit meinem Freund zusammen und sofern es möglich war, haben wir alle Mahlzeiten zusammen gegessen. So konnte ich bedachter essen und konnte direkt jemandem meine Gefühle mitteilen, wenn es mir nicht gut ging, oder auch, wenn ich das Essen gut hinbekommen habe. Man muss das Essen komplett neu lernen und es ist überhaupt keine Schande, wenn man in der Anfangszeit nicht alleine isst. Es hilft ungemein, sich jemanden anzuvertrauen, mit dem man auch direkt über seine Gefühle, während des Essens, sprechen kann. Wenn du beispielsweise alleine wohnst, kannst du evtl. eine liebe Freundin bitten, ob du sie während, oder nach dem Essen anrufen kannst. Auch in der Schule, oder im Büro kannst du jemanden bitten, dich beim Essen zu begleiten. Vertraue dich jemanden an. Und es muss dir nicht peinlich sein. Es ist ein unglaublich starker Schritt von dir.

2. Kleine Portionen

Große Portionen haben mich oftmals überfordert. Denn dann habe ich alles gegessen, was auf dem Teller war. Da das Sättigungsgefühl erst nach einer gewissen Zeit eintritt, war es dann bereits oftmals zu spät. Ich war zu satt. Ich habe über meinen Hunger gegessen. Und dann ist es vollkommen normal, dass man sich nicht gut fühlt. Auch Leute ohne eine Essstörung fühlen sich nicht gut, wenn sie über ihren Hunger hinaus essen. Man muss seinen Körper also neu kennenlernen. Denn man kann noch gar nicht einschätzen, wie viel Hunger man wohl hat. Wie sehr einen eine Kartoffel sättigt, oder ob man am Ende doch drei benötigt, um satt zu sein.  Somit habe ich mir immer kleine Portionen auf den Teller gehäuft. Wenn ich diese Portion aufhatte, bin ich in mich gegangen und habe mich gefragt, ob ich satt, oder noch hungrig bin. Und so habe ich das bei jeder Mahlzeit gemacht. In der Anfangszeit ist es mühselig, doch es hilft wirklich sehr. So lernst du deinen Körper wieder besser kennen. Du lernst es wieder einzuschätzen, ob du genug zu essen hattest, oder noch etwas Hunger verspürst.

3. Gefühle akzeptieren

Hunger- und Sättigungsgefühl in der Essstörung

Wichtig ist, dass du in dieser Phase geduldig mit dir bist. Sei nett zu dir. Du hast so lange nicht auf deinen Körper gehört, daher ist es vollkommen normal, dass du das Essen wieder lernen musst. Es kommt vor, dass du an einem Tag satter bist, dass du deine Gefühle nicht gut einschätzen kannst. Aber das gehört dazu und ist überhaupt nicht schlimm. Wichtig ist, dass du dann nett zu dir bist. Verurteile dich nicht, mache dich nicht fertig. Denke dann immer daran, wie du dann mit einer Freundin sprechen würdest. Was würdest du ihr in der Situation raten? Würdest du sie auch fertigmachen? Wohl kaum, oder? Also sei nett zu dir. Sage dir immer wieder, dass du das toll machst. Wie du siehst, bist du mit den Gefühlen nicht alleine. Merke dir. Du bist nicht disziplinlos, oder schlecht, wenn du gegessen hast und satt bist. Führe dir immer vor Augen, dass du dir und deinem Körper damit etwas Gutes tust und das du unglaublich gut für ihn sorgst.

Du hast es dir verdient!

Alles Liebe

Deine Janina

„Gib das, was Dir wichtig ist niemals auf, nur weil es nicht einfach ist.“

Albert Einstein

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