Mir geht es nicht schlecht genug für Hilfe!

25.11.2022

Hast Du jemals den Gedanken gehabt? Ich weiß das sehr viele von euch denken, mir geht es nicht schlecht genug für Hilfe. Wahrscheinlich ist dies einer der am weitesten verbreiteten Gedanken, der Betroffene einer Essstörung daran hindert, sich Hilfe zu suchen. In dieselbe Kategorie fallen zum Beispiel auch: „Ich bin nicht krank genug“ oder „Ich bin nicht dünn genug“.

Bei vielen ist es einfach so, dass sie sich dafür schämen, wenn sie um Hilfe bitten. Daher kommen dann Aussagen wie, Person XY geht es viel schlechter als mir oder XY ist noch viel dünner als ich und daher bräuchte sie eher Unterstützung und nicht ich. Wie war das bei Dir? Ich kann mir vorstellen, dass Du vielleicht auch schon einmal geglaubt hast, dass jemand anderes mehr Unterstützung braucht als Du selbst, oder?

Doch was passiert, wenn Du es immer weiter hinauszögern wirst, Dir Hilfe zu holen? Du wirst  Deine Heilung immer weiter nach hinten verschieben. Das ist das Einzige, was passiert. Denn es ist nun einmal so, dass je länger Du in der Essstörung bist, desto schwieriger wird der Weg aus der Essstörung.

Also willst Du weiter auf die Stimme Deiner Essstörung hören, die Dir erzählt, dass es Dir nicht schlecht genug für Hilfe geht oder willst Du auf Deinen Körper hören, der leidet und sich Hilfe und Unterstützung wünscht?

Mir geht es wirklich nicht schlecht genug!

Okay, woran bewertest Du das überhaupt? Die Wahrheit ist einfach: Es gibt unterschiedliche Formen der Essstörung und einige Formen der Essstörung sehen vielleicht anders aus als das, was sich viele Leute unter einer Essstörung vorstellen. Die Tatsache ist nun einmal die, dass für eine Essstörung nicht unbedingt ein Gewichtsverlust vorliegen muss! Doch genauso wenig sind körperliche Symptome zwingend erforderlich.

Ich kann verstehen, dass Du vielleicht Angst hast, dass Deine Symptome nicht perfekt zu einer Diagnose passen. Allerdings noch einmal: Du hast trotzdem Hilfe verdient und Du wirst auch trotzdem Hilfe bekommen. Dafür müssen nicht alle Symptome für Diagnose XY passen, die Du Dir rausgesucht hast.

Ich meine Du erzählst Dir und anderen vielleicht, dass es Dir gut geht und dass andere eher Hilfe brauchen. Allerdings weißt Du eigentlich ganz genau, dass die Themen Essen, Bewegungen oder Körperbild Dein Leben negativ beeinflussen. Dies alleine ist schon Grund genug, um Dir Hilfe zu holen. Also noch einmal, wenn Dein Essverhalten, Dein Sport und Bewegungsverhalten oder das negative Körperbild, welches Du von Dir hast, Dein Leben negativ beeinflusst, ist es Zeit und vollkommen in Ordnung, Dir Hilfe zu holen. 

Warum sollte ich mir schnellstmöglich Unterstützung holen?

Falls Du Dich fragst, warum Du Dir überhaupt schnellstmöglich Unterstützung suchen solltest, ist die Antwort ganz einfach. Denn es ist wie bei den meisten Erkrankungen, je eher Du etwas dagegen tust, desto schneller wirst Du sie los. Dies heißt natürlich nicht, dass eine Behandlung später nicht mehr möglich ist, denn das ist sie sehr wohl. Allerdings ist es wahrscheinlich so, dass es dann etwas länger dauert. Nachfolgend möchte ich Dir noch ein paar Gründe aufzeigen, welche Vorteile Du hast, wenn Du Dir bei Problemen jemanden suchst, der Dir hilft, diese zu überwinden.

Du wirst Dich nicht weiter isolieren 

Oftmals ist es nicht unbedingt beabsichtigt, jedoch führt eine Essstörung sehr häufig dazu, dass Betroffene sich immer weiter zurückziehen. Dies kann so weit gehen, dass sie sozial komplett isoliert sind und nur ein Leben für die Essstörung führen. Doch warum ist das überhaupt so?

Dahinter steckt, wie so oft, meistens Angst. Die Betroffenen haben zum Beispiel Angst, dass Freunde oder Familie herausfinden, dass sie unter einer Essstörung leiden. Die meisten Betroffenen haben grundsätzlich Angst vor Situationen, in denen sie mit anderen gemeinsam essen. Zusätzlich fühlen sie sich oft unverstanden und haben das Gefühl, dass niemand sich vorstellen kann, was sie gerade durchmachen. Natürlich schämen sich die meisten auch für ihre Gewohnheiten und Gedanken.

Daher möchten sie unter allen Umständen vermeiden, dass irgendjemand diese entdeckt. Dies führt wiederum dazu, dass die Stimme Deiner Essstörung Dich davon überzeugt, dass Du alleine viel sicherer bist und es Dir besser geht, wenn Du Dich weiter isolierst. Das einzige, was Du damit erreichst, ist jedoch, dass Du die Essstörung schützt und dafür sorgst, dass die Stimme der Essstörung mehr und mehr Einfluß auf Dich hat. Dadurch fühlst Du Dich jedoch nur noch einsamer. Dies ist ein wahrer Teufelskreis und diesen zu durchbrechen wird immer schwerer, je länger Du drin bleibst.

Je länger Du damit wartest, Dir Hilfe zu holen, desto höher ist die Gefahr, Dich immer weiter zu isolieren. Bedenke hierbei auch, dass es umso schwieriger wird, Deine Freund oder Familie wieder zurückzugewinnen, falls Du sie einmal verloren hast. Je  länger Du sie von Dir wegstößt, desto größer ist die Gefahr, sie zu verlieren.

Denn eines sollte Dir klar sein: Je mehr Unterstützung Du bei Deiner Genesung hast, desto besser ist dies. Daher solltest Du Dich nicht von den Menschen isolieren, die nur Dein Bestes wollen. Es ist meistens viel sinnvoller, sie um Hilfe zu bitten. Vielleicht kannst Du es Dir gerade nicht vorstellen, aber es kann sogar sein, dass das Bitten um Hilfe zu tieferen Bindungen und besseren Beziehungen führt.

Ernährungsbedingte Mängel verhindern oder rechtzeitig ausgleichen

In vielen Fällen führen Essstörungen dazu, dass einzelne Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen wie zum Beispiel Milchprodukte aus der Ernährung ausgeschlossen werden, um „gesund“ zu sein. Hier wird dann der Fokus nicht unbedingt auf die Gewichtsabnahme gerichtet, sondern die „Gesundheit“ ist das Ziel. Doch das Ziel, sich so gesund wie möglich zu ernähren, kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen und sehr restriktiv und ungesund werden. Dann kann ebenso wie in den meisten Formen der Essstörungen ein Nährstoffmangel auftreten.

Allerdings solltest Du Dir merken, dass eine Vermeidung von Lebensmitteln nicht gesund ist. Denn je länger Du Dir irgendwelche Lebensmittel versagt, desto größer ist die Gefahr einer Krankheit oder einem Mangel an Nährstoffen. Je länger Du in der Essstörung bleibst oder Lebensmittel aus Deiner  Ernährung entfernst, umso höher ist die Gefahr für bleibende Schäden.

Daher solltest Du Dir schnellstmöglich Hilfe holen, damit Du Deine angelernten Ängste in Bezug auf die Ernährung so schnell wie möglich überwinden kannst. Denn je ausgewogener Du Dich ernährst, desto einen gesünderen Körper wirst Du erhalten.

Du lernst Dich schneller wirklich kennen

Ein sehr wichtiger Schritt auf dem Weg zur Genesung, ist die eigenen Verhaltensweisen zu erkennen und dann zu verstehen aus welchen Gründen Du so handelst. Also zu erkennen welche Beweggründe hinter Deinem Verhalten stehen. Denn es gibt meistens einen Grund für das Entstehen einer Essstörung (Ursachen Essstörung), wie zum Beispiel Erfahrungen in Deiner Kindheit, Traumata oder durch den Einfluss von Social Media. Den Grund Deiner Essstörung herauszufinden kann Dir dabei helfen zu verstehen, was in Dir vorgeht. Sobald Du den Grund Deiner Essstörung verstehst, hilft Dir dies dabei diesen zu verarbeiten und die negativen Verhaltensweisen zu überwinden.

Sobald Du Dir der zugrundeliegenden Motivation hinter Deinen negativen Verhaltensweisen bewusst bist und weißt was Dich triggert, kannst Du Strategien entwickeln, um diese Trigger abzuschwächen. Als Beispiel, wenn bestimmte Menschen oder Situationen bei Dir negative Gedanken oder Verhaltensweisen auslösen, kannst Du den Kontakt zu diesen Personen reduzieren und diese Situationen meiden.

Sobald Du dann erkennst, in welchen Bereichen der Beziehung zu Dir selbst noch Wachstumspotenzial ist, kannst Du Dich auf den Weg zu Selbstakzeptanz, Selbstmitgefühl und Selbstliebe begeben. Hiernach wirst Du auch merken, dass Situationen und Personen, die Dich früher getriggert haben, nicht mehr triggern werden.

Was passiert, wenn ich weiter warte, weil es mir nicht schlecht genug geht für Hilfe?

Jeden Tag, den Du länger wartest, um Dir Hilfe zu holen, ist ein verlorener Tag auf dem Weg zur Heilung. Denn jeden Tag, den du länger wartest, hilft dabei, Deine negativen Gewohnheiten weiter zu verfestigen. Durch jeden Tag den Du länger in der Essstörung bleibst, stärkst Du die Stimme der Essstörung in Dir. Dies führt dazu, dass Du Dich mit der Zeit immer energieloser, weiter isolieren und körperliche Probleme bekommen wirst und Deine Gedanken immer negativer werden. Außerdem wirst Du Dir immer mehr und strengere Essensregeln auferlegen, die Deine Ängste nur noch weiter vergrößern werden. Denn solange Du Dich nicht für eine Veränderung entscheiden wirst, wird es auch nicht besser, sondern einfach nur schlechter werden.

Ich habe ja schonmal geschrieben, dass es immer einfacher ist, eine Essstörung so früh wie möglich zu behandeln. Das gilt auch für Dich, wenn Du das Gefühl hast, dass es Dir nicht schlecht genug für Hilfe geht. Daher zögere niemals, Dir Hilfe zu holen und bitte um Unterstützung, wenn Du es alleine nicht schaffst. Dies ist natürlich kein Grund die Hoffnung aufzugeben, wenn Du schon länger an einer Essstörung leidest, denn eine Heilung ist immer möglich.

Wann darf ich mir Hilfe holen?

Damit es noch einmal ganz klar wird. Du brauchst keine diagnostizierte Essstörung, damit Du Dir Hilfe holen darfst. Genauso wenig musst Du auf eine bestimmte Art und Weise aussehen, ein bestimmtes Gewicht haben oder ein bestimmtes körperliches oder geistiges Symptom aufweisen, um um Hilfe zu bitten. Wenn Du mit der Beziehung zu Deinem Körper, Deinem Essen oder zum Sport nicht zufrieden bist, ist es Grund genug, um Dir Hilfe zu suchen. Das Einzige, was wichtig ist, ist, dass Du etwas ändern möchtest und möchtest, dass Dein Leben wieder leichter wird. Dafür musst Du auch nicht schauen, wie andere sich verhalten, denn das Einzige, was dann zählt, ist, dass Du Dir Hilfe holst.

Ich möchte Dir sagen, dass Du es Wert bist, dass Dir jemand hilft. Außerdem hast Du es verdient, wieder vollständig gesund zu werden, denn nichts im Leben ist wichtiger als unsere Gesundheit. Du solltest auch aufpassen, das Du keine Selbstsabotage betreibst, indem Du Dir keine Hilfe holst.

Falls Du Dich angesprochen fühlst, zögere nicht länger und hole Dir Unterstützung von Angehörigen, Freunden oder von professioneller Stelle. Warum noch einen weiteren Tag mit Schuld- und Schamgefühlen verschwenden, wenn Du heute schon den ersten Schritt machen kannst, damit Dein Leben wieder etwas leichter wird?

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„Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören.“

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