Negative Glaubenssätze wahrnehmen und auflösen: Der Schlüssel zu Deinem inneren Potenzial

Kategorie: Essstörung

Datum: 09.11.2023

Glaubenssätze aufzulösen, die Dich zurückhalten, ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, um ein freieres und glücklicheres Leben zu führen. Falls Du ein leichteres Leben führen möchtest, wird Dir dieser Blog-Artikel dabei helfen. Denn in diesem Artikel, wirst Du unter anderem erfahren, wie Du Deine negativen Glaubenssätze auflösen kannst. Doch zunächst einmal ist es wichtig, überhaupt zu verstehen, was Glaubenssätze sind, woher sie kommen und wie sie Dein Leben blockieren können.

Daher werde ich in diesem Artikel zunächst einmal einen allgemeinen Überblick geben. Dadurch wirst Du dann auch in der Lage sein, bei Dir selbst negative Glaubenssätze erkennen zu können. Zum Schluss, wenn Du ein gutes Verständnis hast und weißt, wie Du bei Dir selbst Glaubenssätze, die Dich zurückhalten, identifizieren kannst, werde ich Dir zeigen, wie Du diese auflösen kannst. Dafür werde ich Dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit praktischen Beispielen an die Hand geben. Natürlich werde ich Dir auch noch von meinen eigenen Erfahrungen erzählen und wie mich negative Glaubenssätze zurückgehalten haben. 

Was sind Glaubenssätze und woher kommen sie?

Im Laufe unseres Lebens gehen wir durch verschiedene Situationen, nehmen unterschiedliche Denkweisen an und verbringen unser Leben mit unterschiedlichen Personen. Dabei spielte es früher eine große Rolle, ob man Liebe und Anerkennung seitens der Bezugspersonen erhalten hat, oder ob man Grenzen aufgezeigt bekommen hat. Deine Gedanken von heute, sind die von früher. Die Stimme deines inneren Kindes bestimmt heute noch, wie du lebst. Und deswegen sollte jeder seine Glaubensmuster aufspüren und bearbeiten können.

Als ich an dem Punkt war und das verstanden habe, ist auch gleichzeitig der Druck abgefallen. Denn vorher hatte ich einfach keinen Ansatz. Aber als ich verstanden habe, dass die Glaubenssätze aus meiner Kindheit stammen, hatte ich den ersten Anhaltspunkt und ich wusste wo ich ansetzen konnte. Als Kind habe ich gewisse Grenzen aufgezeigt bekommen und ich dachte wirklich, dass ich das bin. Und so habe ich nach und nach gemerkt, dass meine eigentlichen Ziele gar nicht mit den Denkmustern zusammenpassen, die ich in mir trage. Wenn wir es schaffen herauszufinden, welche Glaubensmuster, Denkmuster und Lebensmuster wir uns erschaffen haben, sind wir auch in der Lage Glaubenssätze zu erschaffen, die dafür sorgen können, dass wir ein selbst bestimmtes Leben führen können und auch unsere Ziele erreichen können.

Glaubenssätze herausfinden

Glaubenssätze sind tief verwurzelte Annahmen und Überzeugungen über Dich und darüber, wie die Welt um Dich herum abläuft. Diese Überzeugungen sind tief in Deinem Unterbewusstsein verankert. Nun beeinflussen sie von Deinem Unterbewusstsein aus, wie Du die Welt um Dich herum wahrnimmst und in bestimmten Situationen reagierst. Es gibt zwei Arten von Glaubenssätzen, sie sind entweder positiv oder negativ. Die negativen können Dich blockieren, limitieren und zurückhalten, die positiven Glaubenssätze hingegen bestärken Dich. Im Verlaufe dieses Artikels findest Du eine Liste mit positiven und negativen Glaubenssätzen.

Doch wie entstehen Glaubenssätze? Glaubenssätze entstehen zu einem großen Teil in Deiner Kindheit und Jugendzeit. Dies geschieht durch die Erfahrungen und Erlebnisse, die Du in dieser Zeit machst. Außerdem wirst Du durch Deine Erziehung und kulturelle Einflüsse geprägt. Es kann also passieren, dass Du den Glaubenssatz „ich bin nicht gut genug“ entwickelst, wenn Du dies immer wieder hörst oder Dir vermittelt wird, dass Du „nicht gut genug“ bist.

Zunächst einmal ist es jedoch wichtig, dass Du Dir bewusst wirst, welche Glaubenssätze Du hast. Schließlich können sie Dein Leben maßgeblich beeinflussen. Falls Du es noch nicht wusstest, Glaubenssätze beeinflussen Deinen Charakter, Dein Selbstbild und bestimmen Dein Denken und Handeln. Dadurch haben sie auch Auswirkungen auf Deine Entscheidungen und Beziehungen. Dies ist der Grund, weshalb neue Glaubenssätze, die positiver sind als Deine bisherigen, zu einem glücklicheren und leichteren Leben führen.

Wie negative Glaubenssätze Dein Leben blockieren können

Limitierende Glaubenssätze können Dich auf unterschiedliche Weise beeinträchtigen. Nachfolgend findest Du drei Erklärungen:

  1. Sie können Dein Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen untergraben: Wenn Du beispielsweise ständig denkst, „Ich bin wertlos und kann nichts richtig machen“, dann wird durch diese Gedanken Dein Selbstwertgefühl untergraben. Dies führt dazu, dass Du tatsächlich an Deinen Fähigkeiten zweifelst.

  2. Sie können Dich daran hindern, Deine Ziele zu erreichen und Dein volles Potenzial auszuschöpfen: Wenn Du felsenfest davon überzeugt bist, dass Dein Traumleben nicht erreichbar ist oder Du Deine Essstörung nicht überwinden wirst. Dann wirst Du möglicherweise niemals den Mut haben, Dir überhaupt das Ziel zu setzen oder die nötigen ersten Schritte zu gehen.

  3. Sie können zu Selbstzweifeln, Ängsten und negativen Gefühlen führen: Wenn Du beispielsweise denkst, dass Dich niemand mag, weil Du nicht gut bist, dann kann dies zu sozialen Ängsten führen. Darüber hinaus kann es zu Depressionen und allgemein negativen Emotionen führen.

  4. Sie können Deine Entscheidungen und Handlungen beeinflussen. Dadurch kannst Du an ungesunden Verhaltensmustern festhalten: Wenn Du denkst, dass Du Dir keine Erholung gönnen und nicht entspannen darfst, dann wirst Du in Zeiten von Stress und Druck auf ungesunde Bewältigungsmechanismen zurückgreifen. Dies bedeutet, anstatt gesunde Stressbewältigungstechniken anzuwenden, übergibst Du Dich nach dem Essen öfter, hast mehr Essanfälle oder isst einfach zu wenig oder nimmst immer weiter ab. Dies ist je nach Typ unterschiedlich und muss sich gar nicht aufs Essen beziehen. Bei anderen ist es der erhöhte Alkoholkonsum oder das vermehrte Rauchen.

Anhand der Fallbeispiele siehst Du, welche Macht Glaubenssätze haben. Sie können die verschiedensten Lebensbereiche beeinflussen.

Was haben Glaubenssätze, überhaupt mit emotionalem Essen oder einer Essstörung zu tun?

Vielleicht leidest Du unter emotionalem Essen oder einer Essstörung und fragst Dich, was Glaubenssätze damit zu tun haben? Dies möchte ich Dir nachfolgend erklären. Das Ganze ist ein stark vereinfachtes Fallbeispiel, um den Zusammenhang besser zu erklären.

Also als Beispiel: Du hast den Glaubenssatz „Ich bin hässlich“. In den Medien siehst Du, dass die ganzen „erfolgreichen“ Frauen den „perfekten Körper“ haben, weshalb Du unbedingt abnehmen möchtest. Sobald Du beginnst, abzunehmen, bekommst Du auf einmal vermehrt Komplimente und fühlst Dich durch die Aufmerksamkeit wertvoller. Denn diese Aufmerksamkeit hast Du Dir vorher schon heimlich gewünscht. Ein weiterer starker Glaubenssatz von Dir war vielleicht: „Ich bin unbeliebt und nicht liebenswert.“ Durch die erhöhte Aufmerksamkeit wirst Du motivierter und steigerst Dich immer weiter in den Sport- und Diät-Wahn hinein. Denn Du versuchst durch das Verhalten die negativen Glaubenssätze zu kompensieren, indem Du Dein Gewicht kontrollierst und einen bestimmten Körper anstrebst.

Dies ist natürlich keine gesunde oder nachhaltige Art und Weise, mit diesen Glaubenssätzen umzugehen. Der bessere Weg ist es, diese aufzulösen. Das Fallbeispiel gibt Dir einen guten Einblick in die Verbindung zwischen Glaubenssätzen und Essstörungen. Allerdings ist es nur ein vereinfachtes Modell. Die Realität ist oft viel komplexer, und die individuellen Ursachen und Wege zur Genesung variieren von Person zu Person. Falls Du Unterstützung auf Deinem Weg benötigst, bin ich für Dich da.

Glaubenssätze Beispiel

Damit Du noch eine bessere Vorstellung von Glaubenssätzen bekommst, habe ich Dir in den nachfolgenden Absätzen eine Liste mit Glaubenssätzen erstellt. Ich habe zwei Listen erstellt. Die eine Liste ist mit negativen Glaubenssätzen und die andere mit positiven. Zusätzlich habe ich die Listen noch unterteilt in allgemeine Glaubenssätze, sowie in spezifische bezogen auf das Thema Essen und Bewegung. 

Die Listen mit negativen Glaubenssätzen, hilft Dir dabei, Deine eigenen negativen Glaubenssätze zu identifizieren. Da diese oftmals unbewusst und tief in unserem Denken verwurzelt sind, kann es hilfreich sein, eine Liste mit Muster Glaubenssätzen zu haben. Es kann auch sein, dass Dir beim Durchlesen Deine innere Stimme signalisiert, welcher der Glaubenssätze auf Dich zutreffen könnten. Dann hast Du schon einen Ansatz, wo Du weiter forschen kannst.

Die positive Liste dient als Gegenstück zur negativen Liste. Hier habe ich Dir Gedanken aufgeschrieben, die gesund und förderlich für Dich sind. Diese Gedanken können Dir dabei helfen, Dich selbst und die Welt um Dich herum auf eine positive und konstruktive Weise zu sehen. Zudem erhöht diese positive Denkweise Dein Selbstwertgefühl und kann zu einer besseren Stimmung führen. Außerdem kann sie Dir dabei helfen, Deine negativen Glaubenssätze in Positive umzuformulieren und so die schlechten zu ersetzen.

Negative Glaubenssätze liste

Zuerst Allgemeine:

  1. Ich bin nicht gut genug.
  2. Niemand wird mich je lieben.
  3. Ich werde immer ein Versager sein.
  4. Ich kann nichts richtig machen.
  5. Es ist zu spät, um meine Träume zu verfolgen.
  6. Ich werde nie glücklich sein.
  7. Ich habe kein Talent.
  8. Ich bin nicht klug genug.
  9. Ich bin zu alt, um etwas Neues zu lernen.
  10. Ich bin nicht attraktiv genug.
  11. Niemand interessiert sich wirklich für mich.
  12. Ich verdiene nicht, glücklich zu sein.
  13. Fehler sind inakzeptabel.
  14. Ich bin nicht liebenswert.
  15. Ich werde nie Erfolg haben.
  16. Ich bin nicht wichtig.
  17. Ich kann niemandem vertrauen.
  18. Mein Leben wird nie besser.
  19. Ich bin nur wertvoll, wenn ich produktiv bin.
  20. Ich kann keine echten Beziehungen aufbauen.

Nun in Bezug auf Essstörungen:

  1. Ich werde nur geliebt, wenn ich dünn bin.
  2. Essen ist mein Feind.
  3. Wenn ich nicht trainiere, werde ich dick.
  4. Ich habe keine Kontrolle über mein Essverhalten.
  5. Ich muss perfekt sein, um akzeptiert zu werden.
  6. Ich bin nur dann erfolgreich, wenn ich jeden Tag trainiere.
  7. Ich muss hungern, um attraktiv zu sein.
  8. Ich bin nicht wertvoll, wenn ich zunehme.
  9. Ich kann meinem Körper nicht trauen, mir zu sagen, wann ich essen soll.
  10. Wenn ich einmal esse, kann ich nicht aufhören.
  11. Ich sollte mich für meinen Körper schämen.
  12. Ich bin nur dann erfolgreich, wenn ich eine bestimmte Gewichtsgrenze erreicht habe.
  13. Mein Wert hängt von meinem Aussehen ab.
  14. Ich muss perfekt sein und darf keine Fehler machen.
  15. Ohne Bewegung werde ich dick.
  16. Ich kann nur glücklich sein, wenn ich eine bestimmte Kalorienmenge nicht überschreite.
  17. Nur, wenn ich mich selbst bestrafe, kann ich mein Essverhalten kontrollieren.
  18. Ich bin nur dann liebenswert, wenn ich mich kontinuierlich bewege.
  19. Ich bin nur gesund, wenn ich bestimmte Lebensmittel vermeide.
  20. Ich kann nur erfolgreich sein, wenn ich meine Ernährung streng kontrolliere.

Positive Glaubenssätze liste

Zuerst Allgemeine:

  1. Ich habe die Kraft, meine Träume zu verwirklichen.
  2. Ich bin gut genug, so wie ich bin.
  3. Ich verdiene Liebe, Glück und Erfolg
  4. Ich akzeptiere mich selbst unbedingt.
  5. Ich bin mutig und stark.
  6. Ich habe alles, was ich brauche, um erfolgreich zu sein.
  7. Ich bin dankbar für das, was ich habe.
  8. Ich lasse los, was ich nicht kontrollieren kann.
  9. Ich vertraue dem Prozess des Lebens.
  10. Ich bin in der Lage, positive Veränderungen in meinem Leben herbeizuführen.
  11. Ich bin fähig und kompetent.
  12. Ich bin in der Lage, meine Ängste zu überwinden.
  13. Ich bin wertvoll.
  14. Ich bin der Schöpfer meiner Realität.
  15. Ich bin in der Lage, mir selbst zu vergeben und weiterzumachen.
  16. Ich bin es wert, geliebt zu werden.
  17. Ich bin in der Lage, schwierige Situationen zu bewältigen.
  18. Ich bin dankbar für die Herausforderungen, die mich stärker machen.
  19. Ich bin verantwortlich für mein eigenes Glück.
  20. Ich bin offen für neue Möglichkeiten und Chancen.

Nun in Bezug auf Essstörungen:

  1. Mein Wert hängt nicht von meiner Größe oder Körper-Form ab.
  2. Ich verdiene es, ohne Schuldgefühle zu essen.
  3. Ich kann meine Gefühle akzeptieren, ohne zu essen oder zu hungern.
  4. Sport ist eine Möglichkeit, meinen Körper zu bewegen und zu stärken, nicht eine Strafe.
  5. Ich kann intuitiv essen und meiner inneren Führung vertrauen.
  6. Ich kann gesund sein, unabhängig von meinem Gewicht.
  7. Ich muss nicht perfekt sein, um gesund und glücklich zu sein.
  8. Ich kann Sport genießen, ohne mich dazu zu zwingen.
  9. Ich kann Essen als Quelle der Nahrung und des Vergnügens sehen.
  10. Ich kann meinen Körper respektieren und schätzen, so wie er ist.
  11. Ich muss nicht jeden Tag Sport treiben, um gesund zu sein.
  12. Ich kann meine Gefühle ohne Essen oder Sport bewältigen.
  13. Ich kann auf meine inneren Hunger- und Sättigungssignale hören.
  14. Ich muss nicht jeden Bissen bereuen, den ich esse.
  15. Ich kann Bewegung als eine Art Selbstfürsorge sehen, nicht als eine Pflicht.
  16. Ich kann meinen Körper nähren, ohne mich zu beschränken oder zu übertreiben.
  17. Ich kann meine Beziehung zum Essen und Sport heilen.
  18. Ich kann gesund sein, ohne auf Essen oder Sport fixiert zu sein.
  19. Ich kann mich selbst lieben und schätzen, unabhängig von meinem Ess- oder Sportverhalten.
  20. Ich habe die Macht, meine Beziehung zu Essen und Sport zu ändern.

So kannst Du negative Glaubenssätze erkennen

Damit Du negative Glaubenssätze auflösen kannst, musst Du sie natürlich erstmal identifizieren. Ist logisch, oder? Denn bevor Du alte Klamotten aussortierst, musst Du ja auch erstmals schauen, was Dir nicht mehr gefällt oder nicht mehr passt.  So ist es hier auch. Daher habe ich Dir einmal aufgeschrieben, wie Du in drei Schritten Deine limitierenden Glaubenssätze erkennen kannst.

Schritt 1: 

Zuerst einmal musst Du überhaupt ein Bewusstsein für negative Gedanken und Selbstgespräche schaffen. Beginne also damit, Dir Deiner eigenen Gedanken und inneren Dialoge bewusst zu werden. Hierbei können ein Gedankentagebuch, in dem Du Deine Gedanken aufschreibst und Achtsamkeitsübungen wie Meditation hilfreich sein. Allerdings kannst Du auch in Deinem Alltag auf wiederkehrende negative Gedanken, Selbstgespräche und Überzeugungen, die in verschiedenen Situationen auftreten, achten. Damit Du diese Beobachtungen nicht vergisst, schreib sie Dir auf. Also wenn Du beispielsweise bemerkst, dass Du öfter denkst „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“, notiere Dir das. Dann mache Dir auch bewusst, wann und wie oft dieser Gedanke auftritt.

Schritt 2: 

Im nächsten Schritt geht es darum, Dein Leben zu analysieren. Insbesondere darum, Deine Blockaden und Schwierigkeiten. Dafür musst Du identifizieren, in welchen Lebensbereichen Du Schwierigkeiten hast oder Dich blockiert fühlst. Also beispielsweise Beziehungen, Dein Essverhalten, Deine berufliche Situation oder Situationen, die Dich persönlich in Deinem Leben herausfordern. Schaue in diesen Bereichen, ob Du Muster findest. Damit meine ich, ob es in den verschiedenen Bereichen ähnliche Probleme gibt. Dies kann beispielsweise ein mangelndes Vertrauen sein oder Gefühl nicht verstanden werden. Damit es noch klarer wird, im Job versteht Dich niemand, Dein Partner versteht Dich nicht und Deine Familie auch nicht? Dies wäre ein Muster. Solltest Du solche Muster feststellen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass diese Probleme auf Glaubenssätzen von Dir beruhen. Dies solltest Du wieder schriftlich festhalten.

Schritt 3: 

Da negative Glaubenssätze oftmals zusammen mit negativen Emotionen wie Angst, Schuld, Scham oder Wut einhergehen, solltest Du genau auf diese Gefühle achten.  Hast Du in bestimmten Situationen in Deinem Leben Angst und fühlst Dich unsicher? Dann kann dies ein Hinweis auf einen negativen Glaubenssatz sein, der Dein Selbstvertrauen beeinflusst. Schreibe Dir auch Deine Emotionen und ihre Auslöser auf, damit Du hier Muster erkennen kannst.

Damit es klar ist, Du wirst nicht alle Deine negativen Glaubenssätze von heute auf morgen identifizieren. Dies erfordert Selbstreflexion und Achtsamkeit. Also sei geduldig mit Dir selbst und halte durch in den Zeiten, wo Du keine Lust hast. Solltest Du denken, dass es nichts bringt, kommt es gerade darauf an, weiterzumachen. Nachdem Du diese Schritte umgesetzt hast, kannst Du daran arbeiten, diese negativen Glaubenssätze zu verstehen und zu verändern. Dann wird sich auch Dein Leben Schritt für Schritt leichter anfühlen.

Glaubenssätze auflösen – geht das überhaupt?

Nun hast Du Dir vielleicht Deine Glaubenssätze bewusst gemacht und fragst Dich, ob Du Deine Glaubenssätze verändern kannst? Diese Frage ist verständlich und berechtigt. Die gute Nachricht, Glaubenssätze zu verändern ist möglich, benötigt jedoch Arbeit.  Dazu musst Du sie Dir wie im vorherigen Abschnitt beschrieben natürlich erst einmal bewusst machen. Alleine dieser Prozess erfordert schon Arbeit und Durchhaltevermögen. Danach fängt die eigentliche Arbeit an. Hierfür benötigst Du Willenskraft und die bewusste Entscheidung dafür, etwas ändern zu wollen. Dann kannst Du beginnen, Deine Glaubenssätze zu hinterfragen und durch positive zu ersetzen.

Falls Du bereit bist, lies Dir den nächsten Abschnitt durch und arbeite Dich Schritt-für-Schritt durch den von mir beschriebenen Prozess. Am besten solltest Du diesen Artikel erst einmal zu Ende lesen, damit Du weißt, was auf Dich zukommt. Doch wenn Du wirkliche Veränderungen erreichen möchtest, dann wird Dir das Lesen alleine nichts bringen. Danach geht es darum, diese Dinge umzusetzen. Falls Du bei der Umsetzung Probleme hast, meld Dich bei mir. Dann schauen wir gemeinsam, wie ich Dir bei der Umsetzung helfen kann.

Wie man negative Glaubenssätze auflöst und in positive Beispiele umwandelt

Nachfolgend möchte ich Dir eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung geben, wie Du Deine negativen Glaubenssätze in positive umwandeln kannst.

1. Hinterfragen Deine Glaubenssätze:

Zuerst einmal kannst Du Dich fragen, woher Du diese Überzeugung hast. Vielleicht hat es mit Erfahrungen aus Deiner Vergangenheit zu tun oder ist das Ergebnis von Erziehung? Der Ursprung hilft Dir dabei, zu verstehen, wieso Du einen Glaubenssatz hast. Nun hinterfrage ihn. Dafür kannst Du Dich fragen: „Gibt es konkrete Beweise, die diesen Glaubenssatz unterstützen oder ist es eine reine Annahme von mir?“ Denn oftmals sind es nur Verzerrungen und keine objektiven Fakten. Suche daher auch nach Gegenbeweisen, die zeigen, dass der Glaubenssatz nicht immer zutrifft. Dies kann dabei helfen, Deine Überzeugungen zu relativieren. Dafür kannst Du Dich nochmal ganz konkret folgendes fragen: „Ist dieser Glaubenssatz wirklich wahr?“ „Was passiert, wenn ich an einen anderen Glaubenssatz glaube?“ „Welche Beweise habe ich für und gegen diesen Glaubenssatz?“ Hole Dir im Zweifel eine externe Meinung von Freunden, Familie, Coach oder einem Therapeuten ein.

2. Entscheide Dich aktiv für eine Änderung:

Solange Du nicht bewusst die Entscheidung triffst, wird sich nichts ändern. Dafür kannst Du Dir klarmachen, dass Du die Kontrolle über Deine Gedanken hast. Dies kannst Du beispielsweise mit einer positiven Affirmation wie „Ich habe die Macht, meine Gedanken zu verändern“ verstärken.

3. Ersetze Deine negativen Glaubenssätze schriftlich durch positive:

Schreibe zunächst die Glaubenssätze auf, die Dich zurückhalten. Formuliere diese dann positiv. Achte dabei auf folgendes:

  • Nutze positive Worte: Anstatt „nicht scheitern“ solltest Du besser schreiben: „Ich kann Erfolg haben.“
  • Machen ihn glaubwürdig: Vermeide übertriebene Formulierungen und unrealistische Ziele. „Ich bin morgen Millionär“ wäre wahrscheinlich nicht glaubwürdig.
  • Schreibe ihn so, dass er Dich motiviert: Er sollte Dich dazu ermutigen, positiv zu handeln. „Ich kann kleine Fortschritte machen und wachsen“ ist motivierend.
  • Sei spezifisch und konkret: Je konkreter Du einen positiven Glaubenssatz formulierst, desto wirksamer ist er. Also anstatt „Ich bin super achtsam“ könntest Du schreiben: „Ich übe regelmäßig, achtsam zu sein und verbessere mich Schritt-für Schritt.“
  • Formuliere in der Gegenwart: Schreibe so, als ob es schon Realität ist. Die bessere Variante ist also: „Ich bemühe mich, meine Beziehungen zu pflegen und daran zu arbeiten, ein erfülltes Liebesleben zu führen.“ Anstatt: „Ich werde glückliche Beziehungen führen.“

4. Übe Deine neuen positiven Glaubenssätze ein

Dafür kannst Du sie Dir immer wieder vorlesen wie positive Affirmationen. Dies kannst Du jeden Morgen und jeden Abend machen oder wie es für Dich am besten passt. Dazu ist es wichtig zu visualisieren, wie Du nach Deinen neuen positiven Glaubenssätzen lebst. Dies kannst Du zum Beispiel tun, nachdem Du sie Dir vorgelesen hast. Stelle Dir dabei so lebhaft wie möglich vor, wie sich Dein Leben durch die neuen Überzeugungen verbessert.

5. Praxis: Neue Erfahrungen

In vielen Fällen ist es so, dass Wiederholung und Visualisierung nicht ausreicht. Besonders bei tief verwurzelten Glaubenssätzen, die auf starken emotionalen Erfahrungen beruhen, wird es nicht ausreichen. Daher sind praktische Erfahrungen und Handlungen ein weiterer wichtiger Schritt. Als Beispiel, wenn Dein negativer Glaubenssatz ist, dass Du es nicht Wert bist, geliebt zu werden, dann solltest Du gezielt etwas unternehmen, was das Gegenteil beweist und den neu formulierten positiven Glaubenssatz unterstützt. Das wichtigste hierbei ist, dass Du mit kleinen, erreichbaren Schritten anfängst.

Also um bei unserem Fallbeispiel zu bleiben könntest Du nun damit beginnen, Dir selbst Liebe und Selbstfürsorge zu zeigen. Dies kann zum Beispiel ein warmes Bad sein, dass Du Dir gönnst oder Du achtest Deine Grenzen und sagst Nein, wenn Du Dich überfordert fühlst. Diese kleinen Handlungen können dazu beitragen, den neuen Glaubenssatz zu festigen. Ich weiß, dies ist alles sehr komplex, daher kann es hilfreich sein, Dir Unterstützung von einem Therapeuten, Coach oder Mentor zu suchen. Dafür kannst Du Dich auch gerne bei mir melden und ich unterstütze Dich auf Deinem Weg. 

Glaubenssätze erkennen und auflösen weitere Tipps

Nachfolgend möchte ich Dir noch ein paar allgemeine Tipps geben, die Dir zusätzlich weiterhelfen können. Es geht beim Prozess des Auflösens von innerer Überzeugungen darum, Deine Gedanken zu verstehen und infrage zu stellen. Das bedeutet, Du sollst Deine Gedanken nicht unterdrücken. Denn Deine Gedanken wegzudrücken hilft Dir vielleicht kurzfristig und ist in einigen Fällen auch mal okay. Doch wenn Du Deine Glaubenssätze nachhaltig verändern willst, geht es um das Verstehen Deiner Gedanken. Dabei ist das Wegdrücken nicht zielführend.

Als Beispiel, wenn Du denkst, „Ich scheitere immer“. Dann drücke diesen Gedanken nicht weg, sondern erlaube Dir diesen Gedanken zu erkunden. Dafür kannst Du Dir Fragen stellen, wie „Warum denke ich auf diese Weise?“ „Gab es Dinge, bei denen ich erfolgreich war?“ Dies hilft dabei zu erkennen, dass Dein Gedanke möglicherweise zu allgemein und nicht vollständig richtig ist.

Dies führt mich zum nächsten Hinweis. Erkenne gedankliche Verzerrungen wie „Verallgemeinerungen“ oder „Personalisierungen“. Als Beispiel, wenn Du denkst, „Niemand kümmert sich um mich“, versuche, die Verzerrung in diesem Glauben zu identifizieren. Sobald Du die Verzerrung identifiziert hast, kannst Du Dich fragen, ob der Gedanke wirklich wahr ist. Denn möglicherweise gab es in Deinem Leben schon mal einen Menschen, der sich um Dich gekümmert hat. Diese Erkenntnis wird Dir dabei helfen, den verzerrten Gedanken zu ersetzen.

Nachfolgend eine kurze Liste mit Signalwörtern, die Anhaltspunkte für verzerrte Gedanken sind:

  1. Alle
  2. Jeder
  3. Niemand
  4. Jedes Mal
  5. Immer
  6. Nie
  7. Alles
  8. Ganze Zeit
  9. Ganz sicher

Das Wichtigste bei all den zuvor erklärten Schritten und Tipps ist, dass Du dran bleibst und geduldig bist. Denn die Veränderung von Glaubenssätzen erfordert Zeit. Außerdem solltest Du Dich nicht von Rückschlägen entmutigen lassen. Diese gehören dazu und zeigen, dass Du auf dem richtigen Weg bist.

Glaubenssätze verändern: Meine Erfahrungen

Janina in der Natur

Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn mit dem Thema Glaubenssätze total überfordert war. Denn ich wusste nicht genau, was damit gemeint ist, wie sie entstehen und was meine Glaubenssätze sind. Damals habe ich mir verschiedene Artikel zum Thema durchgelesen. Allerdings war ich danach oftmals nicht schlauer und dachte einfach, dass ich bestimmte Glaubenssätze, die im Artikel genannt wurden, auch verinnerlicht habe.

Damals war es jedoch so, dass ich keinen richtigen Zugang zu mir hatte. Daher konnte ich im ersten Moment gar nicht erkennen, welche Glaubenssätze eigentlich mein Leben negativ beeinflussen. Natürlich war meine Erwartungshaltung damals an mich selbst auch zu hoch. Das Thema überforderte mich und ich habe mich unter Druck gesetzt. Denn nur durch einen Text lesen und zweimal darüber nachdenken, werden einem seine Glaubenssätze nicht bewusst. Insbesondere dann nicht, wenn es sich um tief verankerte Glaubenssätze handelt, die wir seit unserer Kindheit haben.

Bei mir war es damals so, dass ich so tiefe negative Glaubenssätze in mir hatte, dass die Essstörung meine Bewältigungsstrategie war.  Allerdings war mir dies am Anfang nicht klar. Außerdem wusste ich einfach nicht, welche negativen Glaubenssätze ich hatte. Dafür war einiges an Arbeit nötig und mir hat es sehr geholfen, erstmal zu verstehen, was überhaupt Glaubenssätze sind. Hierbei speziell, dass viele Denkmuster bereits in der Kindheit entstehen. Nachdem ich dies verstanden hatte, habe ich mich so durchgearbeitet, wie ich es hier in diesem Artikel beschrieben habe. Natürlich habe ich sehr viel rumprobiert, doch diese Zeit kannst Du Dir sparen, wenn Du Dich an meine Anleitung hältst. Bedenke, dass Glaubenssätze eine enorme Kraft über Dein Leben haben und es ist sehr wichtig diese zu bearbeiten. 

Abschließende Worte und letzte Fragen

Nun kommen wir langsam zum Ende und ich gehe noch auf ein paar Fragen ein und fasse Dir alles noch einmal kurz zusammen. Fragst Du Dich noch, wie Du erkennen kannst, dass der Glaubenssatz weg ist? Dann lass mich es Dir kurz erklären. Die erste Option ist, dass ein negativer Glaubenssatz aufgelöst ist, wenn er keine negativen Gefühle mehr in Dir auslöst. Die zweite ist, wenn Du positive Veränderungen in den Bereichen Deines Lebens bemerkst, die vorher von dem Glaubenssatz beeinflusst wurden. Falls ein Glaubenssatz wiederkommt, wiederhole einfach die Schritte zur Auflösung des Glaubenssatzes. Es kann etwas Zeit und Geduld erfordern, um alte Glaubenssätze dauerhaft zu ändern.

Damit Du Deine alten Gedankenmuster durchbrechen kannst, mache noch heute den nächsten Schritt und beginne damit Dir Deiner negativen Glaubenssätze bewusst zu werden. Den ersten Schritt hast Du schon getan, indem Du diesen Artikel bis zum Ende gelesen hast. Nun liegt es an Dir, Dein neues Wissen umzusetzen. Dafür glaube ich an Dich und Deine Fähigkeit, Dein Leben zum Besseren zu verändern. Ich weiß ganz genau, dass Du es schaffen kannst, egal in welcher Situation Du gerade bist. Es kann sein, dass viele negative Gefühle hochkommen und Du das Gefühl hast, es lohnt sich nicht mehr, doch gerade dann musst Du dran bleiben. Ich verspreche Dir, der Weg lohnt sich. Ich glaube felsenfest an Dich. 

Liebe Grüße Deine Janina

„Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.“

Laotse

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