Der ultimative Guide für ein leichteres Leben

03.02.2021

Gefangen in der Essstörung zu sein, bedeutet auch gefangen in seinem Leben zu sein (Diese Gewohnheiten halten Dich davon ab es aus der Essstörung zu schaffen). 12 Jahre lang hat sich mein Leben, alles andere als leicht angefühlt. Mit der anfänglichen Diät erhofft man sich ein glückliches Leben führen zu können. Aber genau das Gegenteil passiert. Je mehr man sich in dieser Blase befindet, desto schwerer fühlt sich das Leben an. Von der einstigen Leichtigkeit ist nichts mehr zu spüren. Und ich weiß, dass du dich genauso fühlst. Denn die Essstörung raubt einem Kraft. Deswegen gebe ich dir folgendes mit. „Der ultimative Guide für ein leichteres Leben.“

In meiner Einführung habe ich es schon gesagt. Die Essstörung raubt einem Kräfte und gibt einem keine. Meistens beginnt alles mit einer Diät und zu Beginn erhofft man sich, endlich glücklich zu werden. Euphorisch nimmt man die ersten Erfolge entgegen, doch mit der Zeit wird es immer düsterer. Mit jedem Kilo weniger, geht auch die Leichtigkeit zurück. Denn die Gedanken drehen sich nur noch ums Essens, Nicht-Essen, Kalorien zählen, Sport treiben etc. Aber natürlich gibt es auch hier das Gegenteil.

Bei manchen beginnt der Teufelskreis mit dem Essen. Man kann nicht mehr aufhören und stürzt sich von einem Fressanfall in den nächsten. Letztendlich kommt es auf dasselbe hinaus. Die Essstörung hat einen nach kurzer Zeit im Griff und kaum noch ist es möglich andere Gedanken zuzulassen. So war es auch bei mir. Die Essstörung und die Gedanken wurden von Tag zu Tag mehr und bald konnte ich kaum noch andere Gedanken zulassen. Schon nach kurzer Zeit wusste ich, dass es nicht mehr gesund ist, aber ändern konnte ich auch nichts.

Der ultimative Guide für ein leichteres Leben

Lass die Essstörung los und hole Dir mehr Leichtigkeit in Dein Leben.

Und darum geht es doch. Deswegen hat man doch gehungert, oder sich in das Essen gestürzt. Man wollte doch einfach, dass alles besser wird und das sich endlich alles gut anfühlt. Dabei ist das Gegenteil aufgetreten. Und dabei wollte man das doch gar nicht. Da ich genau diese Phasen schon durchgemacht habe, möchte ich dir in diesem Artikel mitgeben, wie du endlich wieder mehr Leichtigkeit in dein Leben bekommst. Und nein, dafür musst du noch nicht vollständig genesen sein. Aber dein Leben hat mehr Leichtigkeit im Alltag verdient. Je mehr Leichtigkeit du in dein Leben lässt, desto besser kannst du auch deine Essstörung hinter dir lassen.

3 Tipps für ein leichteres Leben.

1. Akzeptanz

Akzeptiere deine momentane Situation. Du befindest dich in der Essstörung? Dann akzeptiere es fürs Erste. Und die Essstörung ist nicht dein Schicksal, du wirst nicht für immer in dieser Krankheit stecken. Wenn du wirklich den Willen hast, dann schaffst du es auch wieder heraus. Aber es bringt dich kein Stück weiter, wenn du dich selbst bemitleidest und ständig dich und dein Leben anzweifelst. Wenn du dir sagst: „Ja ich bin essgestört, aber jetzt gerade in diesem Moment kann ich nicht großartig etwas verändern und deswegen akzeptiere ich mich und die Situation, in der ich mich gerade befinde.“ Und mit dieser Aussage veränderst du bereits etwas, obwohl du gesagt hast, dass du zurzeit nicht großartig etwas verändern kannst. Du entwickelst ein Bewusstsein und eine Akzeptanz für deine momentane Situation und das ist unglaublich wichtig. Und wenn du akzeptierst was ist, wird es dir schon bessergehen. Denn dadurch herrscht nicht diese permanente Negativität.

2. Schreibe dir auf, wofür du gesundwerden möchtest

Ich muss dazu sagen, dass ich ein absoluter Listen-Fan bin. Ich schreibe auch unheimlich gerne To Do Listen. Denn am Ende des Tages sieht man, was man einfach alles geschafft hat.  Und so konnte mir auch in diesem Fall eine Liste weiterhelfen. Ich habe aufgeschrieben, was ich unbedingt erleben möchte, wofür ich gesundwerden möchte. Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern. Und zwar war es Sonntagsnachmittags und mir ging es überhaupt nicht gut. Da hatte mich mein Freund gefragt, was ich unbedingt mal machen möchte. Und so fing ich an zu träumen und das behielt ich auch bei und schrieb jeden Tag fünf weitere Dinge auf, für die ich gesund werden wollte. Was ich unbedingt erleben wollte. Alleine dieses träumen, vermittelte mir das Gefühl von Leichtigkeit. Während ich die Dinge aufschrieb hatte ich immer ein Lächeln im Gesicht und das wirkte sich auch auf mein Wohlbefinden aus. Bei mir standen zum Beispiel folgende Dinge auf der Liste:

  • Im Regen tanzen
  • Achterbahn fahren
  • Zu Reisen, ohne kräftemäßig am Ende zu sein
  • Eine große Salami Pizza essen
  • Endlich wieder unbeschwert lachen können.

Ich kann dir wirklich empfehlen, dass du dir auch so eine Liste machst. Denn man kann auch immer wieder draufschauen, wenn es einem nicht gut geht. Automatisch macht sich dann schon ein Lächeln breit, wenn man seine Sätze liest. Probiere es unbedingt aus und fang an zu träumen! (8 Gründe warum ich niemals in die Essstörung zurück möchte)

3. Mache etwas für dich

Auf meinem Heilungsweg musste ich eins ganz besonders lernen. Zeit mit mir zu verbringen. Denn das konnte ich gar nicht. Ich habe mich die meiste Zeit in meinem Leben nach anderen gerichtet und war auch selten alleine. Zudem habe ich in 95 % der Fälle zum Wohle der anderen entschieden, bin Konflikten aus dem Weg gegangen, habe nicht „Nein“ sagen können und habe so manches über mich ergehen lassen. Das sind auch Gründe, weswegen sich die Essstörung bemerkbar macht. Denn um die Gefühle irgendwie aushalten zu können, hat man die Essstörung als Bewältigungsstrategie gebraucht. Um wieder mehr Leichtigkeit in mein Leben zu lassen musste ich also erstmal lernen, was ich überhaupt möchte.

Wofür stehe ich ein? Was ist wirklich meine Meinung und wann möchte ich gerne „nein“ sagen? Ich für mich kann sagen, dass ich das sehr schnell herausgefunden habe. Das was mich am Anfang gebremst hat, waren meine eigenen Gedanken, die mich versucht haben zu stoppen: „Das kannst du doch jetzt nicht sagen.“ Und ob ich kann… Aber die Gedanken kann man umprogrammieren. Sogar relativ schnell. Aber man muss in den ersten Tag dranbleiben. Um wieder mehr Leichtigkeit in sein Leben zu lassen, solltest du also üben in dich hineinzuhören. Lerne „Nein“ zu sagen, wenn du nein meinst. Du wirst merken, dass dein Gegenüber noch genauso zu dir sein wird, als hättest du „Ja“ gesagt. Es wird dir nichts passieren. Außer, dass du dich besser fühlen wirst. Dir wird es mit den Entscheidungen, für dich, deutlich bessergehen. Und dann wird es auch so sein, dass es dir von Tag zu Tag bessergehen wird, die Essstörung zunehmend in den Hintergrund rückt und die Leichtigkeit in den Vordergrund.

Der ultimative Guide für ein leichteres Leben.

Wie du siehst, sind es keine unlösbaren Aufgaben. Es sind Vorschläge, die dich wieder zu einem leichteren Leben bringen werden. Das Leben, was du dir vor deiner Essstörung gewünscht hast. Solltest du Hilfe dazu benötigen, biete ich dir gerne meine Unterstützung an.

Alles Liebe.

Deine Janina

„Lebe Dein Leben so, dass es sich im Inneren gut anfühlt und nicht so, dass es nur von außen gut aussieht.“

unbekannt

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