Kategorie: Körper | Seele

Veröffentlicht: 08.08.2021

Artikel Von: Janina Eilts

Lange Zeit hatte ich keine Verbindung mehr zu mir. Ich wusste nicht wer ich bin, was ich in meinem Leben möchte und wie es mir überhaupt geht. Ich hatte keinen Zugang mehr zu mir. Heute schreibe ich über die verlorene Verbindung zu den Gefühlen und wie du es schaffen kannst, wieder deine Gefühle spüren zu lernen.

Oft fragt man sich vielleicht, was das Ganze mit einer Essstörung zu tun hat. Aber ich möchte noch einmal betonen, dass das Essen nur ein Symptom ist und das die Gründe dafür viel tiefer liegen. Neben den Gewohnheiten (Erkenne Deine Essgewohnheiten), gibt es auch noch Themen wie die Emotionen, oder Gefühle, die das Thema beeinflussen. Dadurch, dass man Meister darin wird, die Signale von seinem eigenen Körper zu unterdrücken, verliert man automatisch nach und nach die Verbindung zu sich und auch zu seinem Körper. Wenn man beispielsweise Hunger hat, sagt man sich. „Ich darf jetzt nichts essen.“ Merkt man, dass man Ruhe benötigt, sagt man zu sich. „Du darfst dich jetzt nicht ausruhen. Du musst Sport machen.“ Wenn der Körper dir signalisiert, dass er satt ist und man immer weiter isst, übergeht man auch diesen Bereich. Und da man dies nicht nur einen Tag macht, sondern über mehrere Monate, oder sogar Jahre hinweg, ist es auch kein Wunder, dass man die Verbindung zu sich und seinem Körper verloren hat. Dass man seine Gefühle nicht mehr kennt, dass man sie einfach nicht mehr spürt. Wir haben sie unterdrückt.

Jedes Gefühl hat eine Daseinsberechtigung.

Vielleicht gehen auch Glaubenssätze mit dem Ganzen einher, dass man sich sagt, dass man nicht wütend oder traurig sein darf. Das man lediglich immer nur fröhlich sein darf. Und auch die Unterdrückung der Gefühle kann dafür sorgen, dass man sie einfach nach einer gewissen Zeit nicht mehr spürt und dass man zum Ausgleich das Essen, oder den Sport benötigt, damit man ein Ventil hat, worüber man seine Gefühle rauslassen kann. Es liegt ja schon auf der Hand, dass wenn ich die Signale meines Körpers ignoriere und meine Gefühle unterdrücke, dass ich ein anderes Ventil benötige.

Denn biochemisch gesehen ist es so, dass durch Stress unser Hormon Cortisol ausgeschüttet wird. Und Cortisol möchte, egal wie, immer unseren Körper verlassen. Wenn wir jedoch unsere Gefühle unterdrücken verursacht dies noch mehr Stress. Immer mehr Cortisol wird produziert und wir haben die Bewältigungsstrategie Essen, oder Sport. Oft landet das Ganze im Fressanfall, oder man findet sich in seinem Sportprogramm wieder. Ich möchte dir gerne sagen, dass es also auf deinem Heilungsweg essentiell ist, sich mit seinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Das du wieder lernst, wie sich die einzelnen Gefühle anfühlen. Und das du verinnerlichst, dass jedes Gefühl, da sein darf. Mit dieser Betrachtung, wirst du es schaffen, wieder einen Zugang zu dir und deinen Gefühlen zu bekommen.

Die verlorene Verbindung zu Deinen Gefühlen und wie Dir Gefühlsübungen helfen können

Und deswegen möchte ich dir gerne Gefühlsübungen mit auf den Weg geben. Diese haben mir ebenfalls geholfen, wieder einen Zugang zu mir und meinen Gefühlen zu bekommen. Immer wenn du Zeit hast, nimm dich bewusst raus und mache die folgende Übung. Es geht darum, dass du dir dafür Zeit nimmst, dich aus der Situation nimmst. Manchmal reichen schon 4-5 Minuten aus. Wende dich dann allen Tätigkeiten ab, die du gerade hast und evtl. auch machst und fokussiere dich mit der Gefühlsübung auf das Hier und Jetzt. Sie wird dir helfen, die Feinfühligkeit deiner Gefühle zu trainieren. Außerdem hilft Sie dir dabei, wieder eine Verbindung zu dir und deinem Körper aufzubauen, ihn zu fühlen und wahrzunehmen.

Aufgabe: Schließe deine Augen und spüre in dich hinein!

Frage:

  • Wie fühlt sich mein Gesicht an?
  • Wie fühlen sich meine Hände an?
  • Spüre ich meinen Herzschlag?
  • Wie fühlen sich meine Füße an?
  • Ist mir warm oder kalt?
  • Wie fühlt sich mein Bauch an?
  • Bin ich angespannt oder relaxed?
  • Wie fühlt sich mein Rücken an?
  • Bin ich müde oder wach?
  • Wie fühlen sich meine Muskeln an?
  • Atme ich Schnell oder langsam? Tief oder flach?

Auch wenn du vielleicht am Anfang nichts spüren wirst. Das ist total normal. Bleib unbedingt am Ball und wiederhole die Gefühlsübung täglich. Du wirst sehen, dass sich nach und nach etwas ändern wird. Oftmals verlangen wir von uns selbst, dass sich innerhalb eines Tages etwas ändert. Aber das kann nicht funktionieren, wenn man monate- oder jahrelang gegen sich gearbeitet hat. Ich wünsche dir ganz viel Spaß auf deinem Weg, dir und deinen Gefühlen wieder näherzukommen.

Alles Liebe.

Deine Janina

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“

Franz Kaffka
WICHTIGER HINWEIS

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Bei Essstörungen ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.

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Über die Autorin

Janina Eilts – Essstörungs-Coach & Ex-Betroffene

Sonnenaufgang

Janina Eilts ist die Gründerin von Lebensleichter und Essstörungs-Coach mit über 5 Jahren Coaching-Erfahrung.

Nach 12 Jahren im Teufelskreis von Magersucht und Bulimie hat sie ihren Weg in die Freiheit gefunden. Heute reist sie nur mit Handgepäck um die Welt und hilft Frauen dabei, dieselbe Befreiung zu erleben: ein intuitives Essverhalten zu entwickeln – ohne Diäten, Kalorienzählen oder Verzicht.

Janina kombiniert ihre 12-jährige persönliche Essstörungserfahrung mit ihrem Studium im Gesundheitsmanagement und teilt ihr Wissen u. a. in 130+ Artikeln, 190+ Podcast-Folgen und einer kostenlosen 3-teiligen Videoserie. Über 130 Frauen hat Janina bereits erfolgreich aus ihrer Essstörung begleitet.

Das Fachmagazin „Psychologie Heute“ berichtete über Janinas Geschichte. Zudem gab es Berichte über Janinas Weg aus der Essstörung zum Coach im NDR (Sendung „DAS!“) und in der Deutschen Welle. Zusätzlich gab Janina als Coach Interviews in zahlreichen Fach-Podcasts und hielt einen Vortrag beim Netzwerk Essstörung über ihren Weg aus der Essstörung.

Mehr über Janinas Geschichte findest Du hier.

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