Keine Periode? Warum die Pille Deine Knochen gefährdet

Kategorie: Essstörung

Veröffentlicht: 18.02.2026

Artikel Von: Janina Eilts

Du sitzt in der Arztpraxis, die Worte klingen noch in Dir nach. Seit Monaten ist Deine Periode verschwunden oder kommt nur noch unregelmäßig. Du hast endlich den Mut gefunden, darüber zu sprechen. Und dann kommt dieser Satz, fast beiläufig: „Dann verschreibe ich Ihnen mal die Pille, damit sich das wieder einpendelt.“

Ein Rezept, fertig. Du gehst mit dem Gefühl nach Hause, eine Lösung in der Hand zu halten. Aber die Pille kann das eigentliche Problem nicht lösen. Sie täuscht eine Periode vor, während Dein Körper weiter im Energiemangel steckt. Und das kann Folgen haben, die Du nicht rückgängig machen kannst, besonders für Deine Knochen.

Mediziner nennen das Ausbleiben der Periode funktionelle hypothalamische Amenorrhö (FHA). Grund dafür ist meistens Energiemangel, extremer Stress, zu viel Sport oder eine Kombination aus allem. Dieser Artikel ist für Dich, egal ob Du mit Magersucht, Bulimie oder Binge Eating kämpfst, ob Deine Periode ganz weg ist oder nur noch selten kommt. Die Mechanismen dahinter sind oft dieselben.

In diesem Artikel erfährst Du:

  • Warum Dein Körper die Periode abschaltet und warum das eigentlich schlau von ihm ist
  • Weshalb die Pille dabei mehr schadet als hilft
  • Was wirklich funktioniert und wie Du mit Deinem Arzt darüber sprechen kannst

Ja, das wird an manchen Stellen fachlich. Aber genau deshalb wirst Du am Ende verstehen, was in Deinem Körper passiert und was er jetzt wirklich braucht.

⏱️ Das Wichtigste in 60 Sekunden:
  • Die Pille löst das Problem nicht. Sie täuscht eine Periode vor, während Dein Körper weiter im Energiemangel steckt. Die echte Ursache bleibt unbehandelt.
  • Die Pille kann Deinen Knochen sogar schaden. Durch die Leberpassage wird IGF-1 unterdrückt, ein Hormon, das Deine Knochen zum Aufbauen brauchen. Studien zeigen: Frauen mit Pille haben oft schlechtere Knochenwerte.
  • Die führenden Experten raten davon ab. Die Endocrine Society empfiehlt bei FHA keine Pille, sondern zuerst das Energiedefizit zu beheben.
  • Was wirklich hilft: Genug essen (oft 2.000–2.500 kcal oder mehr), Stress reduzieren, Geduld haben. Dein Körper braucht 6–12 Monate, um sich sicher zu fühlen.
  • Du bist nicht machtlos. Dieser Artikel gibt Dir vier konkrete Fragen für das nächste Arztgespräch.
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Warum Dein Körper die Periode abschaltet

Dein Körper ist kein Feind. Er ist ein brillantes Überlebenssystem. Wenn er die Periode abschaltet, dann nicht, weil etwas kaputt ist. Er trifft eine Entscheidung, die auf Energie basiert.

Und Fortpflanzung kostet enorm viel Energie. Eine Schwangerschaft, das Stillen, das alles verbraucht Reserven, die Dein Körper gerade nicht hat. Somit schaltet er es einfach ab.

Das passiert über den Hypothalamus, eine Art Kommandozentrale in Deinem Gehirn. Er checkt ständig: Ist genug Energie da? Ist alles sicher? Erst wenn beide Antworten „Ja“ lauten, gibt er grünes Licht für den Zyklus.

Aber wie weiß Dein Gehirn überhaupt, wie viel Energie da ist? Es kann ja nicht in Deinen Kühlschrank schauen.

Hier kommt Kisspeptin (ein Hormon) ins Spiel. Stell es Dir wie einen Türsteher vor, der im Hypothalamus sitzt und entscheidet, ob die Hormonkaskade für Deinen Zyklus starten darf.

Was checkt dieser Türsteher?

✓ Dein Körperfett (über das Hormon Leptin) 

✓ Dein Stresslevel (über Cortisol) 

✓ Deinen Blutzucker

Wenn auch nur eins davon im roten Bereich ist, macht der Türsteher die Schotten dicht. Die Hormonproduktion stoppt. Das Ergebnis ist dann die funktionelle hypothalamische Amenorrhö. Dein Körper hat sozusagen den Stecker gezogen. Dies macht er nicht aus Boshaftigkeit, sondern um Deine Energie für Herz, Lunge und Gehirn zu sparen. Er ist im Überlebensmodus. Und er wartet darauf, dass Du ihm zeigst: „Hey, wir haben genug. Es ist sicher.“

Und genau hier beginnt das Problem mit der Pille …

Warum die Pille Deinen Knochen schadet

Viele Ärzte verschreiben die Pille mit dem Argument, sie würde die Knochen schützen. Die Logik klingt erstmal schlüssig. Östrogen ist gut für die Knochen, die Pille enthält Östrogen, also hilft sie. Aber so einfach ist es leider nicht.

Das Problem liegt im Weg, den die Pille durch Deinen Körper nimmt. Du schluckst sie, sie landet im Magen und geht von dort direkt in die Leber. Das nennt man den First-Pass-Effekt. Und in der Leber passiert etwas, das die meisten Ärzte nicht auf dem Schirm haben.

Die Leber wird mit dem künstlichen Östrogen der Pille konfrontiert. Und zwar in einer Menge, die sie aus der natürlichen Hormonproduktion nicht kennt. Daraufhin drosselt die Leber die Produktion von IGF-1. Dieses Hormon ist so etwas wie Dünger für Deine Knochen. Ohne ausreichend IGF-1 können Deine Osteoblasten, also die Zellen, die neue Knochen aufbauen, ihre Arbeit nicht richtig machen. Studien von Misra und Ackerman bestätigen das: Frauen mit Essstörungen, die die Pille nehmen, haben oft schlechtere Knochenwerte als Frauen ohne Hormone. Die Pille täuscht Sicherheit vor, während die Knochen weiter leiden.

Du nimmst die Pille, um Deine Knochen zu schützen. Aber durch die Leberpassage wird genau das Hormon unterdrückt, das Deine Knochen zum Aufbauen brauchen. Das ist, als würdest Du Blumen gießen wollen, während der Wasserhahn zu ist.

Die künstliche Blutung als Täuschung

Und dann ist da noch die Blutung selbst. Wenn Du die Pille nimmst und in der Pillenpause blutest, fühlt sich das an wie eine Periode. Aber es ist keine. Es ist eine sogenannte Abbruchblutung, auch Entzugsblutung genannt. Sie entsteht nur, weil Du die künstlichen Hormone absetzt, nicht weil Dein Körper einen echten Zyklus durchlaufen hat.

Diese Blutung sagt Dir jedoch nichts über Deinen tatsächlichen Gesundheitszustand. Dein Hypothalamus bleibt stummgeschaltet. Deine eigene Hormonproduktion bleibt unterdrückt. Du siehst Blut und denkst: „Alles wieder normal.“Aber in Wirklichkeit wartet Dein Körper immer noch auf das Signal, dass genug Energie da ist.

Die Endocrine Society, eine der führenden Fachgesellschaften für Hormonmedizin weltweit, warnt in ihren Leitlinien von 2017 genau davor. Sie schreiben, dass die Pille die Rückkehr der natürlichen Periode maskiert. Du weißt nicht mehr, ob Dein Körper es aus eigener Kraft schaffen würde. Die Pille nimmt Dir diesen wichtigen Hinweis.

Stell Dir vor, Du nimmst bei einem Rauchmelder die Batterien raus, weil der Alarm nervt. Das Feuer brennt weiter. Aber Du hörst es nicht mehr.

Die Frage ist also, was hilft wirklich?

Periode bekommen nach Essstörung

Was die führenden Experten wirklich empfehlen

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob das wirklich stimmt? Kann die Pille tatsächlich mehr schaden als nützen? Lass mich Dir zeigen, was die Wissenschaft dazu sagt.

Die Endocrine Society ist so etwas wie die oberste Instanz, wenn es um Hormone geht. Ihre Leitlinien gelten weltweit als Goldstandard. Und in ihrer Leitlinie von 2017 zur funktionellen hypothalamischen Amenorrhö geben sie klare Empfehlungen. Sie raten davon ab, die Pille zu verschreiben, um die Blutung wiederherzustellen oder die Knochen zu schützen. („We suggest against patients with FHA using OCPs“)

Stattdessen empfehlen sie etwas anderes. Der Fokus soll auf der Ursache liegen, nicht auf dem Symptom. Also zuerst das Energiedefizit beheben, Gewicht stabilisieren, Stress reduzieren. Erst wenn nach 12 Monaten die natürliche Heilung nicht eintritt, kommen Hormone ins Spiel. Aber dann nicht die Pille, sondern Östrogen über ein Pflaster auf der Haut (transdermal).

Das gibt Dir etwas Wichtiges in die Hand. Wenn Du das nächste Mal beim Arzt sitzt und ein Pillenrezept bekommst, kannst Du fragen: „Die Endocrine Society empfiehlt bei FHA keine Pille. Wie sehen Sie das?“ Du berufst Dich auf die höchste fachliche Instanz. Das ist Dein Recht. Du willst nicht die bequemste Behandlung für den Arzt, sondern die beste für Dich.

Was Deinem Körper wirklich hilft

Wenn die Pille nicht hilft, was dann? Die Antwort ist einfach zu sagen, aber nicht immer leicht umzusetzen. Dein Körper braucht Energie und zwar viel mehr, als Du vielleicht denkst.

Forscher haben das genau gemessen. Der wissenschaftliche Richtwert liegt bei mehr als 45 Kilokalorien pro Kilogramm fettfreier Körpermasse am Tag (Auch nach IOC Konsens). Das klingt kompliziert, deshalb hier ein konkretes Beispiel.

Ein konkretes Beispiel:

– Du wiegst 60 kg mit ca. 25% Körperfett 

– Das sind 45 kg fettfreie Masse (Muskeln, Knochen, Organe)

– Mindestbedarf: 2.025 kcal täglich (45 kcal × 45 kg)

– Sport (z.B. 500 kcal): Alles, was Du durch Sport verbrennst, kommt obendrauf. 

– Gesamt: 2.525 kcal am Tag.

Das ist deutlich mehr als die meisten Frauen ohne Periode essen.

Unter 30 kcal pro kg fettfreier Masse schaltet Dein Körper die Reproduktion komplett ab. Bei unserem Beispiel wären das unter 1.350 kcal am Tag. Das ist Hungermodus. Viele Frauen mit FHA bewegen sich genau in diesem Bereich, ohne es zu wissen.

Und dann ist da noch Leptin. Dieses Hormon wird von Deinen Fettzellen produziert. Je mehr Körperfett, desto mehr Leptin. Und je mehr Leptin, desto eher signalisiert Dein Gehirn: „Wir haben Reserven. Es ist sicher.“

Das bedeutet konkret, dass Dein Körper ausreichend Körperfett braucht, um den Zyklus zu unterstützen. Die Forschung zeigt,dass Dein Körper ausreichend Körperfett braucht. Meta-Analysen legen nahe, dass viele Frauen mindestens etwa 21% benötigen, manche sogar mehr.

Es erklärt auch, warum manche Frauen einen normalen BMI haben und trotzdem keine Periode bekommen. Es geht nicht um die Zahl auf der Waage, sondern um Körperfett und Energiefluss.

💎 Die 3 Säulen der natürlichen Heilung

✓ Genug essen: 2.000–2.500 kcal täglich (oft mehr). Die Kalorien, die Du durch Sport verbrauchst, kommen obendrauf.

✓ Stress reduzieren: Dein Körper braucht Ruhe, nicht nur Kalorien.

✓ Geduld haben: 6–12 Monate sind normal. Dein Körper heilt in seiner eigenen Geschwindigkeit.

Wann ein Hormonpflaster sinnvoll sein kann

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob es überhaupt eine Situation gibt, in der Hormone sinnvoll sind. Die Antwort ist ja, aber nicht die Pille.

Wenn die natürliche Heilung länger dauert, zum Beispiel mehr als 12 Monate ohne Periode trotz ausreichender Ernährung, kann ein Östrogenpflaster als Brücke dienen. Der entscheidende Unterschied zur Pille liegt im Weg durch den Körper.

Das Pflaster gibt das Hormon direkt über die Haut ins Blut ab. Es umgeht die Leber komplett. Dadurch bleibt der Knochendünger IGF-1 intakt. Studien zeigen, dass Frauen mit einem 100-Mikrogramm-Östradiol-Pflaster tatsächlich Knochenmasse aufbauen können, während Frauen mit der Pille das nicht tun.

Das Pflaster wird in der Regel mit zyklischem Progesteron kombiniert, um die Gebärmutterschleimhaut zu schützen.

(Diese Informationen können Dir im Gespräch mit Deinem Arzt helfen.)

Östradiol-Pflaster:

Dosierung: 100 Mikrogramm

Anwendung: kontinuierlich tragen (immer auf der Haut)

Wechsel: zweimal pro Woche (z.B. Montag und Donnerstag)

Mikronisiertes Progesteron:

Dosierung: 200 mg täglich

Dauer: 10–12 Tage pro Monat (z.B. Tag 16–26 des Zyklus)

Zweck: Schützt die Gebärmutterschleimhaut

Wichtig zu wissen:

Dieses Protokoll unterstützt die Knochen und die Gebärmutter. Aber es funktioniert nur, wenn Du gleichzeitig ausreichend isst. Das Pflaster ist eine Brücke, kein Ersatz.

Doch der wichtigste Punkt ist, dass das Pflaster kein Ersatz für das Essen ist. Es schützt die Knochen, während Du an der eigentlichen Ursache arbeitest. Ohne ausreichende Energie bringt auch das Pflaster nichts. Dein Körper braucht die Bausteine aus der Nahrung, um Knochen aufzubauen. Das Pflaster öffnet nur die Tür, die Nährstoffe musst Du selbst liefern.

Wann wird das Pflaster eingesetzt? In der Regel bei Frauen, deren Amenorrhö länger als 12 Monate anhält, deren Knochendichte bereits kritisch niedrig ist (Z-Score unter minus 2,0) oder die trotz Ernährungstherapie keine hormonelle Erholung zeigen.

Das Pflaster ist also eine medizinische Notlösung, keine Lifestyle-Entscheidung. Und es ersetzt niemals die Arbeit an der Ursache.

So sprichst Du mit Deinem Arzt darüber

Es ist völlig verständlich, wenn Du Dich mit Hormonen sicherer fühlst. Aber es lohnt sich, genau hinzuschauen, ob die Hormone Deinem Körper gerade wirklich helfen oder ihn nur übertünchen. Die folgenden Fragen helfen Dir, mit Deinem Arzt eine Lösung zu finden, falls Du das möchtest. Und zwar eine Lösung, die nicht nur die Blutung, sondern Deine langfristige Gesundheit im Blick hat.

Frage 1: Die Biologie hinterfragen

Variante 1: „Ich mache mir Sorgen um meine Knochen. Studien zeigen aber, dass die Pille bei Energiemangel den Knochendünger IGF-1 in der Leber unterdrücken kann. Wäre es für meine Knochengesundheit nicht sicherer, zuerst die Energiebilanz zu stabilisieren?“

Variante 2: Ich habe gelesen, dass die Pille den Knochenaufbau bei Energiemangel blockieren kann. Stimmt das? Wäre es nicht besser, erstmal mehr zu essen?

Du zeigst damit, dass Du den biologischen Mechanismus verstehst. Das zwingt den Arzt, über die Knochenqualität nachzudenken, nicht nur über das Östrogen.

Frage 2: Den Goldstandard ansprechen

Variante 1: „Die aktuellen Leitlinien der Endocrine Society raten bei FHA davon ab, die Pille zu verschreiben. Stattdessen empfehlen sie, zuerst das Energiedefizit zu beheben. Wie schätzen Sie das bei mir ein?“

Variante 2: „Ich habe gehört, dass die Endocrine Society bei FHA eher davon abrät, die Pille zu verschreiben. Gilt das auch für mich?“

Du berufst Dich auf die höchste fachliche Instanz. Kein Arzt ignoriert gerne die Leitlinien seiner eigenen Fachgesellschaft.

Frage 3: Die ehrliche Alternative suchen

Variante 1: „Wenn wir eine hormonelle Unterstützung für meine Knochen brauchen, gibt es Gründe, warum wir kein Pflaster nehmen, das die Leber umgeht? Ich möchte sicherstellen, dass mein Körper nicht durch die Pille denkt, alles sei okay, während er eigentlich noch im Sparmodus ist.“

Variante 2: Falls ich Hormone brauche, gibt es nicht auch ein Pflaster, das die Leber nicht belastet?

Du schlägst eine fachlich fundierte Alternative vor. Das zeigt, dass Du nicht gegen alles bist, sondern eine Lösung suchst, die den Stoffwechsel schont.

Frage 4: Die Erfolgskontrolle definieren

Variante 1: „Wenn ich die Pille nehme, habe ich ja eine künstliche Blutung. Woran würden wir dann überhaupt merken, ob mein Körper es aus eigener Kraft wieder geschafft hat?“

Variante 2: Wenn ich die Pille nehme, habe ich ja künstlich meine Tage. Woher wissen wir dann, ob mein Körper es von allein wieder schafft?

Diese Frage macht dem Arzt klar, dass die Pille die Diagnose der Heilung unmöglich macht.

Du bist nervös vor dem Gespräch? 

Das ist normal.

Schreib Dir die Fragen vorher auf einen Zettel. Du kannst sie im Gespräch ablesen, das ist völlig okay. Du musst nicht auswendig vortragen. Und falls Dein Arzt abweisend reagiert, ist das sein Problem, nicht Deins. Du hast jedes Recht, Deine Behandlung zu verstehen. Zudem solltest Du vielleicht eine zweite Meinung einholen, wenn ein Arzt nicht bereit ist, auf wissenschaftliche Leitlinien einzugehen.

Dein Körper wartet auf Dein Signal

Vielleicht fühlst Du Dich jetzt überwältigt. So viele Informationen, so viel, was Du vielleicht anders machen willst. Das ist okay. Du musst nicht alles auf einmal umsetzen.

Aber merke Dir, Dein Zyklus ist kein kaputter Mechanismus. Er ist ein Zeichen Deiner Vitalität, das zurückkehrt, wenn Dein Körper sich sicher fühlt. Die ausbleibende Periode ist keine Krankheit, die man mit einer Pille wegmachen kann. Sie ist ein Signal. Dein Körper sagt Dir damit: „Ich brauche mehr.“

Die Pille schaltet dieses Signal stumm. Sie ist wie ein Rauchmelder, bei dem Du die Batterien herausnimmst, weil der Alarm nervt. Das Feuer brennt weiter. Du hörst es nur nicht mehr.

Wahre Heilung braucht Kalorien, Ruhe und Zeit. Keine schnellen Pillen, sondern Geduld und das tiefe Vertrauen, dass Dein Körper weiß, was er tut.

Ja, es dauert. Die Forschung spricht von einer sogenannten Lag Time. Das bedeutet, dass Dein Körper erst die lebenswichtigen Organe repariert, bevor er die Periode wieder freischaltet. Das kann 6 bis 12 Monate dauern, manchmal länger. Dies ist kein Versagen, sondern Heilung in der richtigen Reihenfolge.

Was Du in dieser Zeit tun kannst? Jeden Tag genug essen, Dir Ruhe gönnen und auf Dein Sportpensum achten. Zudem Deinem Körper für das danken, was er kann (atmen, laufen, denken).

Ich weiß, wie sich das anfühlt. Denn ich habe selbst über 12 Jahre mit Magersucht und Bulimie gekämpft. Ich kenne die Angst, den Körper zu nähren. Genauso wie die Ungeduld, wenn sich nichts zu tun scheint. Und ich kenne den Moment, in dem der Körper Dir zeigt, dass es genug ist und sicher ist.

Diesen Weg bin ich selbst gegangen und begleite heute Frauen dabei, ihren eigenen zu finden. Nicht mit schnellen Lösungen, sondern mit dem Wissen, das ich mir damals gewünscht hätte. Wenn Du spürst, dass Du auf diesem Weg Unterstützung brauchst, ich bin für Dich da. Buche Dir hier ein kostenfreies Kennenlerngespräch, und wir schauen gemeinsam, wie ich Dich begleiten kann.

Du hast es verdient, Frieden mit Deinem Körper zu finden und ein freies und leichtes Leben zu führen. Nicht durch Kontrolle, sondern durch Vertrauen.

Alles Liebe, Deine Janina

„Auch wenn das Leben voller Herausforderungen ist, gibt es immer die Möglichkeit, durch kleine Schritte und positive Veränderungen ein gesundes Gleichgewicht und neue Freude am Leben zu finden.“​

Unbekannt

Häufig gestellte Fragen zur Pille

Bei einer funktionellen hypothalamischen Amenorrhö (FHA) ist Dein Östrogenspiegel bereits sehr niedrig. Die Pille führt zwar synthetische Hormone zu, aber sie muss durch die Leber. Dort unterdrückt sie die Produktion von IGF-1, einem Wachstumsfaktor, der für den Knochenaufbau essenziell ist. Studien zeigen, dass Frauen mit FHA, die die Pille nehmen, oft schlechtere Knochenwerte haben als Frauen ohne Hormone. Die Pille schützt also nicht, sie kann sogar schaden. Stattdessen ist es besser, an der Ursache zu arbeiten: dem Energiemangel, zu viel Stress oder zu viel Bewegung.

Die Endocrine Society, eine der führenden Fachgesellschaften für Hormonmedizin, rät in ihren Leitlinien von 2017 explizit davon ab, die Pille bei FHA zu verschreiben. Denn die Pille behandelt nur das Symptom (fehlende Blutung), nicht die Ursache (Energiemangel). Gleichzeitig maskiert die künstliche Abbruchblutung, ob Dein Körper sich aus eigener Kraft erholen würde. Wenn Dein Arzt Dir trotzdem die Pille verschreibt, kannst Du ihn auf diese Leitlinien hinweisen. Du hast das Recht auf eine Behandlung nach aktuellem wissenschaftlichem Standard und im Zweifelsfall auch auf eine Zweitmeinung.

Das ist individuell. Die Forschung spricht von einer sogenannten Lag Time. Dein Körper repariert erst die lebenswichtigen Organe, bevor er die Periode wieder freischaltet. Das kann 6 bis 12 Monate dauern, manchmal auch länger, bei anderen kürzer. Das klingt lang und es ist lang. Aber jeder Tag, an dem Du Deinem Körper gibst, was er braucht, ist ein Tag in Richtung Heilung. Du machst das nicht umsonst. Voraussetzung ist eine ausreichende Energiezufuhr von mindestens 2.000 bis 2.500 Kalorien täglich.

Die drei wichtigsten Faktoren:

✓ Genug essen: Mindestens 2.000–2.500 kcal täglich (oft mehr). Diese Menge ist Dein Basisbedarf. Was Du durch Sport verbrauchst, musst Du zusätzlich essen.

✓ Ausreichend Körperfett: Etwa 21% – das ist biologisch notwendig, nicht „dick werden“.

✓ Stress reduzieren: Dein Körper braucht das Signal „Es ist sicher“.

Wenn diese drei Faktoren stimmen, kann es 6–12 Monate dauern, bis Deine Periode zurückkehrt. Das ist normal. Natürlich kann es schneller gehen oder auch länger dauern – es ist immer individuell.

Quellenverzeichnis des Artikels:

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WICHTIGER HINWEIS

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Bei Essstörungen ist professionelle medizinische Hilfe erforderlich.

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Über die Autorin

Janina Eilts – Essstörungs-Coach & Ex-Betroffene

Sonnenaufgang

Janina Eilts ist die Gründerin von Lebensleichter und Essstörungs-Coach mit über 5 Jahren Coaching-Erfahrung.

Nach 12 Jahren im Teufelskreis von Magersucht und Bulimie hat sie ihren Weg in die Freiheit gefunden. Heute reist sie nur mit Handgepäck um die Welt und hilft Frauen dabei, dieselbe Befreiung zu erleben: ein intuitives Essverhalten zu entwickeln – ohne Diäten, Kalorienzählen oder Verzicht.

Janina kombiniert ihre 12-jährige persönliche Essstörungserfahrung mit ihrem Studium im Gesundheitsmanagement und teilt ihr Wissen u. a. in 130+ Artikeln, 190+ Podcast-Folgen und einer kostenlosen 3-teiligen Videoserie. Über 130 Frauen hat Janina bereits erfolgreich aus ihrer Essstörung begleitet.

Das Fachmagazin „Psychologie Heute“ berichtete über Janinas Geschichte. Zudem gab es Berichte über Janinas Weg aus der Essstörung zum Coach im NDR (Sendung „DAS!“) und in der Deutschen Welle. Zusätzlich gab Janina als Coach Interviews in zahlreichen Fach-Podcasts und hielt einen Vortrag beim Netzwerk Essstörung über ihren Weg aus der Essstörung.

Mehr über Janinas Geschichte findest Du hier.

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