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„Du siehst ja richtig gesund aus.“ Jemand sagt das freundlich zu Dir. Fast stolz. Für alle anderen ist der Moment nach zwei Sekunden vorbei. In Dir fängt er gerade erst an.
Denn die Essstörung hat ihr eigenes Wörterbuch. „Gesund“ wird zu „zugenommen“. „Erholt“ wird zu „mehr geworden“. Und so wird aus einem gut gemeinten Satz ein Alarm, der Deinen ganzen Tag umwerfen kann. Doch das ist keine Überempfindlichkeit. Der Kommentar landet genau auf der Angst, an der Du in Deiner Recovery sowieso gerade arbeitest. Dein Nervensystem reagiert, bevor Du überhaupt nachdenken kannst.
Ich kenne die Macht solcher Sätze aus beiden Richtungen. Bei mir waren es ganz am Anfang die Komplimente für meine Abnahme, die die Essstörung mit angeschoben haben. Und später habe ich mich nicht gut gefühlt, wenn andere meinten, ich sehe wieder gesünder aus. Ich weiß deshalb, wie viel Gewicht ein einziger Satz haben kann. Auch einer, der nett gemeint ist.
In dieser Folge schauen wir uns gemeinsam an, warum diese Kommentare so tief treffen. Und ich möchte Dir etwas mitgeben, das Dich schützt. Für den Moment selbst, wenn der Satz gerade gefallen ist. Und für die Situationen, die immer wiederkommen. Die Familienfeier, das Team-Essen, die Büro-Küche.
Es geht nicht darum, dass Du lernen musst, souverän zu sein. Du musst niemanden erziehen. Du musst nicht jede Situation perfekt meistern. Schutz geht vor Aufklärung. Auch wenn Dein Umfeld seit zwanzig Jahren über Körper redet, darf es heute zum ersten Mal hören, dass damit Schluss ist.
Denn eins möchte ich Dir sagen. Wenn jemand Deinen Körper kommentiert, erzählt er Dir etwas über seine Brille. Nicht über Deinen Wert.
Wenn Du Dich hier wiederfindest, ist diese Folge für Dich. Ich lade Dich ein, reinzuhören.
Bis gleich, Deine Janina
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